Tankrabatt und Preisdeckel - Was bringen die Maßnahmen?
Autor: Theresa Münch und Andreas Hoenig, dpa
, Freitag, 18. Sept. 2026
Kanzler Merz hat eine schnelle Entlastung versprochen, jetzt soll sie tatsächlich kommen. Was die Maßnahmen bringen - und wer sich durchgesetzt hat.
Der Kanzler hatte seine Koalition unter Druck gesetzt: Eine schnelle Entlastung bei den Spritpreisen müsse her. Jetzt ist ein paar Tage später eine Einigung gelungen - quasi in letzter Minute vor den für Friedrich Merz und seine CDU so wichtigen Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Der Kompromiss lässt aber noch einige Fragen offen.
Was genau wurde beschlossen?
Zwei Maßnahmen sollen die Preise abfedern, eine mit schneller Wirkung, eine perspektivisch. Zuerst soll die Energiesteuer auf Kraftstoffe um 14 Cent pro Liter sinken. Die Mehrwertsteuer eingerechnet, ergibt sich so eine Steuersenkung von 17 Cent pro Liter.
Das gleiche Prinzip hatte der Bund bereits beim Tankrabatt im Mai und Juni angewendet. Der neue Tankrabatt soll schon zum 1. Oktober beschlossen sein und bis Jahresende gelten.
Die zweite Maßnahme ist eine neue: Der Bund will mit der Mineralölwirtschaft über einen Spritpreisdeckel sprechen. Ziel sei, ihn bis spätestens zum 1. Januar einzuführen, erklärte die Bundesregierung. Ähnliche staatliche Vorgaben gibt es schon in Luxemburg und Belgien.
Offen ist aber die Ausgestaltung in Deutschland. Der Höchstpreis für Benzin und Diesel könnte sich zum Beispiel an der Entwicklung der Ölpreise sowie Kosten für Transport und Vertrieb orientieren. Die Bundesregierung machte außerdem klar, er solle nicht dauerhaft gelten und die Versorgungssicherheit müsse gewährleistet sein.
Im Beschluss heißt es zudem, zu Beginn des Jahres 2027 sollten weitere «zielgerichtete Maßnahmen für die von der Krise betroffenen Bürgerinnen und Bürger (insbesondere mit kleinen und mittleren Einkommen) sowie Unternehmen» geprüft werden.
Was bringen die Maßnahmen an der Zapfsäule?
Der Tankrabatt im Frühsommer hat die Spritpreise spürbar gesenkt, er wurde aber Analysen zufolge nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben. Das gilt laut Münchner Ifo-Institut besonders beim Diesel. Während die Entlastung bei Super E5 und Super E10 nahezu vollständig auch an den Zapfsäulen zu spüren war, wurden beim Diesel nur durchschnittlich 12 Cent pro Liter weitergegeben - deutlich weniger als die 16,7 Cent, um die die Steuer gesenkt wurde. Nach Auslaufen des Rabatts Ende Juni zogen die Preise wieder an.