«Tankrabatt» und Krisenprämie: Das plant die Koalition
Autor: Andreas Hoenig, Christof Rührmair und Theresa Münch, dpa
, Montag, 13. April 2026
Infolge des Iran-Kriegs sind die Spritpreise stark gestiegen. Die Koalition plant nun eine Steuersenkung. Außerdem soll eine Krisenprämie für Beschäftigte ermöglicht werden.
Die schwarz-rote Koalition hat angesichts der Preissprünge infolge des Iran-Kriegs Entlastungen der Verbraucherinnen und Verbraucher beschlossen. Um die Spritpreise zu senken, soll es befristet für zwei Monate eine Senkung der Steuern auf Kraftstoffe geben. Bereits 2022 nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatte es einen befristeten «Tankrabatt» gegeben. Zudem soll es Arbeitgebern ermöglicht werden, eine steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie in Höhe von 1.000 Euro zu zahlen. Eine ähnliche Prämie gab es in der Corona-Pandemie. Was die Koalition plant:
Was will die Koalition bei den Spritpreisen machen?
Die Steuern auf Diesel und Benzin soll um jeweils rund 17 Cent brutto pro Liter gesenkt werden - dies soll auf zwei Monate begrenzt sein. Ab wann genau dies geschehen soll, ist unklar. Vom Rabatt profitieren dürften insbesondere Menschen, die lange Strecken fahren oder Autos mit hohem Spritverbrauch haben. Insgesamt soll die Maßnahme Verbraucher und Wirtschaft um rund 1,6 Milliarden Euro entlasten.
«Damit werden wir sehr schnell die Lage für die Autofahrer und für die Betriebe im Land verbessern und vor allem für diejenigen, die vor allem aus beruflichen Gründen sehr viel mit dem Auto unterwegs sind», sagte Kanzler Friedrich Merz (CDU). Die Bundesregierung erwarte, dass die Mineralölwirtschaft diese Entlastung direkt und ohne Einschränkung an die Verbraucher weitergebe. Finanzminister und SPD-Chef Lars Klingbeil sprach von einer spürbaren Entlastung.
2022 hatte die Bundesregierung als Reaktion auf die infolge des Ukraine-Krieges extrem gestiegenen Spritpreise einen auf drei Monate befristeten «Tankrabatt» eingeführt.
Warum ist die Steuersenkung befristet?
Merz dämpfte Erwartungen an langfristig wirkende Entlastungen bei den Spritpreisen. «Der Staat kann nicht alle Unsicherheiten, nicht alle Risiken, nicht alle Disruptionen der Weltpolitik auffangen.» Was die Regierung aus dem Haushalt nehme, fehle an anderer Stelle. «Deswegen ist diese Unterstützung auf zwei Monate begrenzt. Danach wird automatisch wieder der alte Steuersatz gelten. Das bedeutet ehrlicherweise, dass jedenfalls dann die Preise auch wieder steigen werden.»
Die Gegenfinanzierung der steuerlichen Entlastungen soll durch «kartellrechtliche oder steuerrechtlich abgesicherte» Maßnahmen gegenüber den Mineralölwirtschaftsunternehmen erfolgen, wie es in einem Beschlusspapier der Koalition heißt. Ob es eine «Übergewinnsteuer» auf krisenbedingte Extraprofite der Mineralölbranche gibt, ist aber weiter unklar. Die SPD spricht sich dafür aus, die Union lehnt sie ab.
Wie reagieren Wirtschaftswissenschaftler?
Kritisch. Die «Wirtschaftsweise» Monika Schnitzer sagte der Funke Mediengruppe: «Eine Senkung des Preises für alle durch eine zeitlich befristete Aussetzung der Energiesteuer ist die schlechteste aller bisher diskutierten Optionen.» Es sei «eine Hilfe mit der Gießkanne, auch für Menschen, die den höheren Preis verkraften können» und reduziere den Anreiz, den Spritverbrauch zu senken. «Eine gezielte Unterstützung der wirklich Bedürftigen wäre die bessere Entscheidung gewesen.»