Tankrabatt gilt seit heute: So wirkt er sich auf die Preise an den Tankstellen aus
Autor: Agentur dpa
Deutschland, Freitag, 01. Mai 2026
Seit heute gilt an Deutschlands Tankstellen ein Tankrabatt. Wie wirkte sich dieser am ersten Tag der Neuregelung auf die Preise aus?
Der Tankrabatt zur Entlastung von stark gestiegenen Preisen infolge des Iran-Kriegs zeigt erste Wirkung. Zu Beginn gingen die Preise für Benzin und Diesel an den Tankstellen merklich zurück - jedoch nicht so stark wie die seit Mitternacht geltende Steuersenkung von 16,7 Cent je Liter, wie aus Angaben des Autofahrerclubs ADAC und des Bundeskartellamts hervorgeht.
Die Bundesregierung besteht auf eine vollständige Weitergabe, die von der Branche im Grundsatz zugesichert wurde. Umweltschützer kritisieren diesen Kurs. Die Preise fielen laut ADAC bereits in der Nacht recht schnell um 7 bis 8 Cent. Als am Morgen fast alle Tankstellen öffneten, sanken sie weiter. Am Vormittag habe eine deutlich stärkere Dynamik mit Preissenkungen eingesetzt, erläuterte das Bundeskartellamt, insbesondere im Vergleich zu den Tagen zuvor.
Tankrabatt zeigte am Morgen bereits Wirkung
Viele Tankstellen hätten "günstig" geöffnet. Allerdings habe die Preisspitze am Donnerstag zur höchsten seit der kürzlichen Einführung der Regel gehört, dass Tankstellen die Preise nur noch einmal täglich - nämlich um 12 Uhr - anheben dürfen. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) betonte, die Mineralölkonzerne seien jetzt in der Pflicht. "Alle Meldungen, die ich bekommen habe, waren erst mal, dass die Spritpreise runtergegangen sind, aber wir werden es natürlich sehr genau beobachten", sagte Klingbeil RTL/ntv am Rande einer Mai-Kundgebung in Bergkamen.
Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, betonte, seine Behörde werde die Preisentwicklung genau überwachen. Autofahrer sollten zum Teil erhebliche Preisunterschiede nutzen. Apps zum Preisvergleich würden den Weg zur preiswerten Tankstelle weisen.
Nach ADAC-Angaben lag der Preis für einen Liter Superbenzin der Sorte E10 um 8 Uhr im bundesweiten Schnitt unter der 2-Euro-Marke. Konkret sank der Preis im Vergleich zur selben Zeit am Donnerstag um 10,7 Cent auf 1,976 Euro pro Liter. Auch Diesel verbilligte sich deutlich: um 10,4 Cent auf 2,063 Euro.
Starker Anstieg der Spritpreise zur Mittagszeit - trotz Neuregelung
Um 12.15 Uhr - also direkt nach dem üblichen Mittagssprung - kostete ein Liter Super E10 laut ADAC zwar wieder 2,076 Euro, das waren allerdings 15,8 Cent weniger als zur selben Zeit am Donnerstag. Bei Diesel sprang der Preis auf 2,177 Euro pro Liter - das waren 16,2 Cent weniger als zur selben Zeit am Donnerstag. Alle Zahlen beziehen sich auf bundesweite Durchschnittswerte, einzelne Tankstellen können davon deutlich abweichen.
Die Spritpreise haben seit Einführung der 12-Uhr-Regel einen typischen Tagesverlauf herausgebildet: Mittags, bei der einzigen erlaubten Erhöhung des Tages, springen sie stark nach oben - zuletzt teilweise um mehr als 15 Cent. Danach sinken sie relativ zügig bis zum Abend und dann am nächsten Vormittag noch einmal. Sollte dieser Verlauf auch weiter gelten, dürfte mindestens E10 am Samstagvormittag wieder unter 2 Euro pro Liter kosten, vielleicht sogar bereits am Freitagabend. Bei Diesel könnte dies am Samstagvormittag zumindest für einen Teil der Tankstellen gelten.