Tankrabatt: Schon vor dem Ende ziehen die Spritpreise stark an
Autor: Agentur dpa
München, Dienstag, 30. Juni 2026
Noch bis Mitternacht am 30. Juni gilt die Steuerermäßigung. Doch schon am Mittag davor springen die Preise stark. Die Unterschiede zwischen den Tankstellen sind ungewöhnlich groß. Teilweise gab es Schlangen beim Tanken.
Noch gilt der Tankrabatt, doch an den Zapfsäulen wird es schon teurer. Zur Mittagszeit - nur dann dürfen die Preise steigen - ging es bei Diesel im bundesweiten Durchschnitt um 24 Cent pro Liter nach oben, bei E10 um 20,3 Cent, wie der ADAC mitteilt. Das ist nur knapp weniger als die bisherigen Rekordsprünge. Nach dem Mittagssprung, um 12.15 Uhr, war E10 um 3,3 Cent teurer als zur selben Zeit am Montag, Diesel um 3,5 Cent. Bis 14.00 Uhr weitete sich die Differenz bei E10 auf 5,4 Cent aus, bei Diesel auf 6,7 Cent.
Dabei haben die Preise bereits in den letzten Tagen angezogen: Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Montags kostete Super E10 pro Liter 1,861 Euro. Das waren 1,6 Cent mehr als am Sonntag. Diesel zog sogar um 1,9 Cent auf 1,784 Euro pro Liter an. Für beide Kraftstoffe war es der sechste Anstieg in Folge. Seit vergangenem Dienstag ist E10 um 4,4 Cent teurer geworden, Diesel um 5,3 Cent pro Liter. Dabei hat der Rohöl-Preis im selben Zeitraum ein gutes Stück nachgegeben.
ADAC: Preisanstieg an Tankstellen "nicht gerechtfertigt"
"Der aktuelle Anstieg der Kraftstoffpreise ist aus Sicht des ADAC nicht gerechtfertigt", kritisiert der Verkehrsclub. "Der Rohölpreis steigt aktuell nicht." Daher bestätige sich die Vermutung des ADAC, dass die Mineralölkonzerne bereits vor dem Ende des Tankrabatts die bevorstehende Steuererhöhung einpreisten.
Wegen der 12-Uhr-Regel dürfen Tankstellen ihre Preise nur mittags erhöhen. Der Tankrabatt läuft zwar um Mitternacht aus, das gilt aber nur für ab dann an die Tankstellen geliefertes Benzin. Wann die Preise wie stark steigen - um Mitternacht ist dies ja nicht möglich - war im Vorfeld unklar. Nun deutet einiges darauf hin, dass die Preiserhöhung bereits vor dem Ende des Rabatts begonnen hat.
Auffällig ist dabei auch, dass es ungewöhnlich große Unterschiede zwischen den einzelnen Tankstellen gibt. Teilweise fielen die Mittagssprünge im Vergleich zu den Vortagen relativ normal aus, teilweise waren sie sehr viel höher.
Ölkonzerne waren nie verpflichtet, den Tankrabatt weiterzugeben
Der Tankrabatt gilt seit Anfang Mai. Für ihn wurden die Steuern auf Benzin und Diesel um 16,7 Cent pro Liter gesenkt. Die Tankstellen sind nicht verpflichtet, dies weiterzugeben.