Strecke Köln–Hagen dicht: ICE-Fahrten dauern deutlich länger
Autor: dpa
, Freitag, 06. Februar 2026
Eine der wichtigsten Bahn-Strecke in NRW wird grundlegend saniert. Das hat bis in den Sommer Auswirkungen für Reisende. Doch nicht die komplette Technik wird anschließend nagelneu sein.
Wegen umfangreicher Bauarbeiten sperrt die Bahn am Freitagabend (21.00 Uhr) für gut fünf Monate die wichtige Strecke von Köln über Wuppertal nach Hagen. Fernzüge nach Berlin und Hamburg werden bis Juli umgeleitet, Pendler müssen auf rund einem Dutzend Linien im Regionalverkehr in Ersatzbusse umsteigen und deutlich mehr Zeit einplanen.
Komplett erneuert wir die Technik im Rahmen des 800 Millionen Euro teuren Projekts aber nicht. So klammert die Bahn unter anderem die teils maroden Stellwerke entlang der 65 Kilometer langen Strecke aus. Die Stellwerke könnten erst «weit in den 2030er Jahren erneuert werden», sagte eine Bahnsprecherin. Dabei sind einige in mangelhaftem oder sogar ungenügendem Zustand.
Grüne sprechen von «Schummel-Sanierung»
Die Grünen hatten im Bundestag nach Details zu der Streckensanierung zwischen Köln und Hagen gefragt. Dabei wollten sie auch konkrete Angaben zu den Stellwerken haben. Die Antwort aus dem Bundesverkehrsministerium war knapp: Es seien diesbezüglich «keine Maßnahmen vorgesehen.» Die «Süddeutsche Zeitung» hatte zuerst darüber berichtet.
Dabei steht es um viele der acht Stellwerke in dem Abschnitt denkbar schlecht: Den Zustand von zwei Stellwerken in Wuppertal-Oberbarmen und Wuppertal-Steinbeck beschreibt das Bundesverkehrsministerium in seiner Antwort mit der Schulnote 6,0 - also glatt ungenügend. Das Stellwerk Hagen-Hauptbahnhof kommt auf eine 4,7, Solingen eine 4,6, Schwelm eine 4,5. Lediglich drei Stellwerke sind demnach gerade noch in befriedigendem Zustand.
«In Bezug auf die Stellwerke ist diese Generalsanierung eine Schummel-Sanierung», sagte der Grünen-Abgeordnete Matthias Gastel der «Süddeutschen».
In einem Stellwerk sorgen die sogenannten Fahrdienstleiter dafür, dass Züge von A nach B kommen - etwa, indem sie Weichen richtig stellen und die Signale auf Grün schalten, wenn ein Gleisabschnitt frei ist. Probleme mit alten Stellwerken führen immer wieder zu Verzögerungen im Bahnverkehr.
Bahn: Es wird saniert, nicht neu gebaut
Die Bahn entgegnet, dass bei der Sanierung zwischen Köln und Hagen zunächst einmal der Fokus auf die Gleise und auf den größtenteils schlechten Zustand der Bahnhöfe gelegt werden müsse. Hier unterschreite die aktuelle Situation «die Grenze dessen, was wir unseren Reisenden zumuten wollen», sagte eine Bahnsprecherin. «Die Reisenden werden nach der Generalsanierung eine deutlich bessere Infrastruktur vorfinden.»