Spritpreise steigen wieder - Wird der Rabatt weitergegeben?
Autor: Christof Rührmair und Sascha Meyer, dpa
, Montag, 04. Mai 2026
Am ersten Tag des Tankrabatts sackten die Preise nach unten - seither geht es trotz eher sinkender Ölpreise an den Zapfsäulen wieder nach oben. Das heizt die Debatte an.
Die Spritpreise enttäuschen derzeit viele Autofahrer, die sich durch den Tankrabatt eine stärkere Entlastung erwartet hatten. Nach einem deutlichen Rückgang am ersten Tag der Steuersenkung geht es an den Zapfsäulen tendenziell wieder bergauf, wie Zahlen des ADAC und des Bundeskartellamts zeigen. Bereits am Sonntag waren Superbenzin und Diesel pro Liter demnach im bundesweiten Tagesdurchschnitt nur noch zwischen 10 und 11 Cent billiger als am letzten Tag vor dem Start des Rabatts - also deutlich weniger als die 16,7 Cent pro Liter, um die die Steuern vorübergehend gesenkt wurden.
Der ADAC zieht aus den Zahlen den Schluss, dass die Energiesteuersenkung von knapp 17 Cent «noch immer nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben wurde». Eine Sprecherin kritisiert zudem, «dass die Mineralölkonzerne erneut Preise anheben, ohne dass dies durch einen steigenden Rohölpreis gerechtfertigt wäre».
Vom Verbraucherzentrale Bundesverband hieß es: «Die Befürchtungen bewahrheiten sich: Der Tankrabatt kommt nicht vollständig bei Verbraucherinnen und Verbrauchern an. Statt Entlastung für Autofahrende droht erneut ein Konzernrabatt.» Und SPD-Fraktionschef Matthias Miersch sagte in der Sendung «Frühstart» von RTL/ntv: «Das kann man sich nicht gefallen lassen.» Eventuell müsse bei den Maßnahmen auch nachgeschärft werden.
Wirtschaftsverband Fuels und Energie: «Der Tankrabatt wirkt»
Auch ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums betonte: «Es ist unsere klare Erwartung, dass die Mineralölkonzerne diese Steuersenkung weitergeben.» Dies müsse nun beobachtet werden.
Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie interpretiert die Zahlen anders: «Gemessen an den Tankstellenpreisen am 30. April wird der Tankrabatt von den Markentankstellen voll weitergegeben. Ohne die Steuersenkung wären die Preise rund 17 Cent je Liter höher.» Seit vergangener Woche seien die Produktpreise für Benzin und Diesel am Weltmarkt und damit die Einkaufspreise stark gestiegen. «Der Tankrabatt wirkt und schützt die Kunden in dieser Situation vor noch höheren Preisen.»
Preise stiegen über das Wochenende
Am 30. April hatte Super E10 laut ADAC im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,126 Euro pro Liter gekostet, Diesel 2,215 Euro. Am Freitag ging es dann zwar deutlich auf 1,989 und 2,079 Euro nach unten. Bis zum Sonntag verteuerte sich E10 aber wieder um 2,8 Cent auf 2,017 Euro, Diesel um 2,5 Cent auf 2,104 Euro.