Spritpreise sinken - Zoff in Koalition nimmt zu
Autor: dpa
, Freitag, 10. April 2026
Trotz sinkender Spritpreise kracht es in der Koalition: Klingbeil fordert Übergewinnsteuer, Reiche setzt auf Pendlerpauschale. Eine Einigung ist bislang nicht in Sicht.
Die Spritpreise in Deutschland sinken den dritten Tag in Folge. Ungeachtet der Preisnachlässe an Tankstellen verschärft sich in der schwarz-roten Koalition der Streit über mögliche Entlastungen der Verbraucher.
Während Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) Vertreter von Gewerkschaften und Arbeitgebern trifft, attackiert ihn Wirtschaftsministerin Katherina Reiche scharf. Kanzler Friedrich Merz (beide CDU) verlangt Zurückhaltung. Eine rasche Lösung und mögliche weitere Maßnahmen zeichnen sich bisher nicht ab.
Nach Reiches Angaben beraten die Spitzen von Union und SPD am Sonntag in einem Koalitionsausschuss über mögliche Maßnahmen. Bisher hatte es nur geheißen, die Regierung sei in ständigem Austausch - den Sonntagstermin hatte aber niemand offiziell bestätigen wollen.
Preisrückgang bei Sprit hält an
Am Donnerstag hatte der bundesweite Tagesdurchschnittspreis für Diesel um 7,3 Cent auf 2,346 Euro pro Liter nachgegeben, wie aus Daten des ADAC hervorgeht. Superbenzin der Sorte E10 verbilligte sich um 4,3 Cent auf 2,112 Euro pro Liter. Seit dem Absturz des Ölpreises in der Nacht auf Mittwoch hat Diesel damit um 10,1 Cent pro Liter nachgegeben, E10 um 7,6 Cent.
Am Freitag verteuerten sich zwar beide Kraftstoffe zur Mittagszeit deutlich: Diesel um 10,1 Cent auf 2,386 Euro pro Liter, Super E10 um 9,5 Cent auf 2,169 Euro. Doch sowohl vor als auch nach der Erhöhung lagen die Preise niedriger als zum jeweils gleichen Zeitpunkt des Donnerstags.
Weiter Luft nach unten
Insgesamt sehe man «weiterhin Luft nach unten», heißt es dazu vom ADAC. Experten hatten erwartet, dass es einige Zeit dauern wird, bis der niedrigere Ölpreis an den Zapfsäulen ankommt. Dies steht aber teils auch in der Kritik - auch weil Preiserhöhungen in der Regel schnell weitergegeben würden.
Insgesamt ist Tanken aber auch nach den aktuellen Rückgängen noch sehr viel teurer als vor Kriegsbeginn Ende Februar. Bei Diesel sind es mit Stand Donnerstag im Tagesdurchschnittspreis 60 Cent, bei Superbenzin gut 33 Cent.