Merz kündigt schnelle Entlastung bei Spritpreisen an
Autor: dpa
, Dienstag, 15. Sept. 2026
Spritpreise klettern auf Rekordniveau – Merz verspricht schnelle Hilfe. Doch welche Maßnahmen könnten wirklich entlasten? Die Debatte um Übergewinnsteuer und Tankrabatt wird hitzig geführt.
Die Bundesregierung plant angesichts der rasant steigenden Spritpreise kurzfristig finanzielle Entlastungen der Verbraucher. Die konkreten Maßnahmen bleiben aber vorerst offen, nach wie vor gibt es Differenzen zwischen der Union und SPD - vor allem zur sogenannten Übergewinnsteuer.
Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte an, «ja, wir werden auf Preistreiberei reagieren». Er sei der Meinung, «dass wir handeln müssen», sagte der CDU-Chef beim Unternehmertag des Handelsverbands BGA in Berlin. Das genaue Instrumentarium stehe noch nicht fest. «Sie können aber davon ausgehen, dass wir sehr bald einen Vorschlag dazu vorlegen werden.»
Zuletzt stieg der Preis für einen Liter Super E10 auf durchschnittlich 2,286 Euro, Diesel kostete am Montag 2,412 Euro pro Liter - und ist damit nur noch wenige Cent von einem Rekordpreis entfernt.
Für viele Menschen, die täglich das Auto brauchten, sei eine Belastungsgrenze erreicht, sagte Merz. Er verwies darauf, dass das Bundeskartellamt mit einer Missbrauchsaufsicht ausgestattet worden sei. «Aber wir spüren auch, jedenfalls aus dem Blickwinkel der Verbraucherinnen und Verbraucher, dass das nicht reicht.»
Klingbeil begrüßt Merz-Vorstoß und wirbt für Übergewinnsteuer
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) begrüßte die Bewegung bei CSU und CDU: «Dass gestern Markus Söder und heute der Bundeskanzler jetzt auch sagen, es muss etwas passieren, nachdem meine Ideen jetzt schon wochenlang auf dem Tisch liegen, ist erstmal richtig.» Nun müsse man «schnell zusammenkommen».
In der schwarz-roten Bundesregierung macht sich Klingbeil für eine Übergewinnsteuer auf Extra-Profite der Mineralölkonzerne in der Krise stark, um Unterstützungsmaßnahmen für Verbraucher gegenzufinanzieren. Er warf den Mineralölkonzernen erneut vor, die Krise auszunutzen und die «Abzocke voranzutreiben».
Merz erteilt Übergewinnsteuer eine Absage
Merz hielt allerdings dagegen, er sehe im Augenblick keine ausreichende faktische Grundlage und auch keine rechtliche Grundlage für die Besteuerung von sogenannten Übergewinnen: «Insofern müssen wir uns was Einfacheres, was anderes einfallen lassen.»