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SPD-Beben: Bärbel Bas tritt zurück – Merz reagiert, aber kein Wort zu Vorwurf


Autor: Agentur dpa

Berlin, Montag, 12. Oktober 2026

SPD‑Politikerin Bärbel Bas tritt als Arbeitsministerin und als Chefin der Sozialdemokraten zurück. Teile der Begründung lassen aufhorchen. Bundeskanzler Merz zollt Bas Respekt. äußert sich zu einem Vorwurf aber nicht.
Die Arbeitsministerin und SPD-Chefin Bärbel Bas hat ihren sofortigen Rücktritt von beiden Ämtern angekündigt.


Update vom 12.10.2026, 11.09 Uhr: Merz zollt Bas nach Rücktritt Respekt 

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Bärbel Bas für ihren Rücktritt als Arbeitsministerin und SPD-Chefin nach dem Tod ihrer Stieftochter Respekt gezollt und ihr für ihre Arbeit gedankt.

"Bärbel Bas und ich haben in der Bundesregierung vertrauensvoll zusammengearbeitet. Für das Engagement danke ich ihr", schrieb er auf dem Nachrichtenportal X. "Ihre Entscheidung verdient Respekt. Als Vater und Großvater kann ich nur erahnen, wie schwer dieser Verlust wiegt. Ihr und ihrer Familie wünsche ich viel Kraft."

Bas hatte ihren Rücktritt unter anderem mit dem Tod ihrer Stieftochter begründet und erklärt, gleichzeitig seien in der persönlich schwierigen Zeit auch öffentliche Angriffe auf sie, "leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners", weiter forciert worden. Zu diesem Vorwurf äußerte sich der CDU-Chef Merz zunächst nicht.

Am Nachmittag (13.30 Uhr) ist eine Pressekonferenz mit Merz nach den Beratungen der CDU-Führungsgremien geplant.

Update vom 12.10.2026, 9.18 Uhr: Schwesig nennt Angriffe der Union auf Bas "unmenschlich" - steht Nachfolger fest?

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat nach dem Rücktritt von Bärbel Bas das Verhalten der Union scharf kritisiert. "Mein Mitgefühl gilt Bärbel Bas", schrieb die SPD-Landeschefin am Morgen auf der Plattform X.

"Ich wünsche ihr viel Kraft in dieser schweren Situation. Persönlich danke ich Bärbel Bas für die gute Zusammenarbeit! Die Attacken der CDU – trotz ihrer persönlichen schweren Situation – waren unmenschlich und rücksichtslos."

Bas hatte am Montagmorgen bekannt gegeben, als Arbeitsministerin und SPD-Chefin zurückzutreten. Sie begründete den Schritt in einer öffentlichen Mitteilung mit dem Tod ihrer Stieftochter und mit öffentlichen Angriffen auf sich, auch aus den Reihen des Koalitionspartners, der Union.

Unterdessen soll der Nachfolger von Bas als Arbeitsminister bereits feststehen:  Der ehemalige SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer aus Rheinland-Pfalz soll nach dem Rücktritt von Bas neuer Arbeitsminister werden. Das erfuhr die dpa, zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Meldung vom 12.10.2026, 8.07 Uhr: Bas tritt als SPD-Cefin und Ministerin zurück –"nicht die Kraft"

Die Arbeitsministerin und SPD-Chefin Bärbel Bas hat ihren sofortigen Rücktritt von beiden Ämtern angekündigt.

"Da ich momentan nicht die Kraft aufbringen kann, kurzfristig meine Regierungs- und Parteiarbeit vollumfänglich auszuüben, habe ich mich entschieden, beide Ämter aufzugeben", teilte die 58-Jährige mit. Ihr SPD-Co-Chef Lars Klingbeil sei bereits informiert, auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe sie gebeten, sie aus dem Amt zu entlassen. 

Grund auch Angriffe aus der Union

Bas begründete den Schritt einerseits mit dem Tod ihrer Stieftochter. Sie brauche nun Zeit, die Trauer zu verarbeiten. "Diese möchte ich mir ausreichend nehmen", schrieb sie. Gleichzeitig seien aber auch öffentliche Angriffe auf sie, "leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners", in der persönlich schwierigen Zeit weiter forciert worden. 

Politiker aus der Union hatten Bas zuletzt scharf dafür kritisiert, dass sie Gesetzentwürfe zu geplanten Reformvorhaben zum Beispiel in der Rente nicht schnell genug vorlege. Sie hatten ihr vorgeworfen, die Reformen zu verschleppen und zu blockieren. 

In ihrer Mitteilung bedankte sich Bas für die Unterstützung im Arbeitsministerium. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten eine starke Hausleitung verdient, "die mit voller Kraft die anstehenden Gesetze und Reformvorhaben vorantreibt", erklärte sie. Auch der SPD-Spitze sprach sie Dank aus. Abgeordnete im Bundestag werde sie bleiben, erklärte Bas.

Bas bleibt Bundestagsabgeordnete

SPD-Chef Klingbeil äußerte sich traurig über die Entscheidung von Bas. "Hinter den Ämtern sind wir alle nur Menschen", betonte er. Deshalb könne er den Schritt persönlich nachvollziehen. "Die Angriffe gegen sie in den letzten Tagen ihrer Trauer waren unanständig. Sowas gehört sich nicht", betonte der Vizekanzler. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch würdigte, Bas habe Haltung gezeigt, auch wenn es unbequem wurde. "Aber die Kraft ist endlich."