Sind Aldi und Lidl wirklich billiger als die Supermärkte?
Autor: Christian Rothenberg, dpa
, Dienstag, 03. Februar 2026
Kunden in Deutschland haben die Wahl, ob sie im Discounter oder im Supermarkt einkaufen. Wie groß sind die Unterschiede? Welche Vorzüge haben die Formate?
Mal Butter, mal Kaffee, Orangensaft oder Wurst: Die Discounter Aldi und Lidl liefern sich derzeit einen besonders harten Wettkampf. Mal senkt der eine die Preise zuerst, mal der andere. Vor wenigen Tagen ärgerte Lidl seinen Konkurrenten und unterbot dessen kurz zuvor angekündigte Preissenkung für Schokoladenprodukte teilweise.
Preise sind für Kunden so wichtig wie wohl lange nicht mehr. Das zeigt auch eine Umfrage des Handelsforschungsinstituts IFH Köln: Gut 70 Prozent vergleichen beim Lebensmitteleinkauf stärker die Preise und greifen häufiger zu Sonderangeboten.
Besonders groß ist der Druck auf Aldi und Lidl. «Discount» - übersetzt Rabatt - ist schließlich ein Versprechen. Aldi gilt als dessen Erfinder und langjähriger Preisführer - ein Image, kein offiziell vergebener Titel. Herausforderer Lidl stellt diesen Anspruch infrage. «Eure Nr. 1. Der Preisführer lohnt sich», so wirbt der Händler. Doch wer ist tatsächlich billiger? Und macht es sich für Kunden überhaupt bemerkbar, wo sie einkaufen? Ein Überblick:
Wo ist es am günstigsten?
Die Vergleichsapp Smhaggle hat im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur die dominierenden Regalpreise der großen Lebensmittelhändler in Deutschland im Jahr 2025 analysiert. Untersucht wurden die Kernsortimente, etwa 2.000 Produkte, die bei allen Anbietern verfügbar und damit gut vergleichbar sind. Sonderangebote wurden nicht berücksichtigt.
«Egal ob Milch, Joghurt, Nudeln, Butter oder Salatgurke: Die Preise dieser Produkte sind bis auf wenige Ausnahmen auf den Cent gleich», sagt Smhaggle-Geschäftsführer Sven Reuter. Dies gelte sowohl für Eigenmarken als auch für Markenprodukte - unabhängig davon, ob es sich um Discounter oder Supermarkt handelt. Die Preise könnten regional und in von selbstständigen Kaufleuten geführten Märkten unter Umständen abweichen. Über die Smhaggle-App laden Nutzer laut Reuter täglich mehr als 10.000 Kassenbons hoch. So lässt sich die Entwicklung der Preise detailliert nachvollziehen.
Wie läuft das ab?
Meistens senken die Discounter als erste die Preise. Die anderen Händler wie Rewe, Edeka oder Kaufland ziehen anschließend schnell nach. Laut Reuter reagieren sie auf Preisänderungen innerhalb weniger Stunden oder ein bis zwei Tagen. Da die Preise anschließend wieder anbieterübergreifend nahezu identisch seien, könne von einer Preisführerschaft eines Händlers keine Rede sein, sagt Reuter.
Die Supermarktkette Rewe wirbt mit einem Versprechen. Auf der Internetseite heißt es: «Bei Rewe findest du 4.000 Produkte, die immer genauso günstig sind wie beim Discounter.» Die Verkaufspreise werden regelmäßig mit denen von Aldi und Lidl abgeglichen. Bei Edeka ist es ähnlich.