Druckartikel: Schüler stirbt auf Klassenfahrt in Niedersachen – Ermittlungen gegen Lehrer

Schüler stirbt auf Klassenfahrt in Niedersachen – Ermittlungen gegen Lehrer


Autor: Agentur dpa

Hannover, Dienstag, 29. Sept. 2026

In einem Schullandheim klagt ein Junge im Juni über Atemnot und verliert das Bewusstsein - er stirbt. Ein allergischer Schock könnte die Ursache sein. Jetzt wird gegen zwei Lehrer ermittelt.
Die Staatsanwaltschaft in Hannover geht der Frage nach, wie es zum Tod eines Schülers auf einer Klassenfahrt kommen konnte. (Archivfoto)


Nach dem Tod eines elfjährigen Schülers während einer Klassenfahrt in Niedersachsen ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover gegen zwei Lehrkräfte. Ermittelt werde wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen, sagte eine Sprecherin der Anklagebehörde.

Weitere Details zu den Vorwürfen nannte sie nicht. Für die Tatverdächtigen gelte die Unschuldsvermutung. Zuvor hatte die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet.

Lebensbedrohliche allergische Reaktion als Todesursache?

Der Junge hatte am 18. Juni 2026 in einem Schullandheim in Aerzen im Landkreis Hameln-Pyrmont über Atemnot geklagt und das Bewusstsein verloren. Er musste reanimiert werden. Die Lehrkräfte leiteten Rettungsmaßnahmen ein und wurden telefonisch von der Rettungsleitstelle angeleitet. Ein Hubschrauber wurde alarmiert. Alle Rettungsversuche blieben aber ohne Erfolg. Nach dem Vorfall hatte die Polizei mitgeteilt, es gebe keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. 

Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis gebe es Hinweise auf einen anaphylaktischen Schock als Todesursache - also eine lebensbedrohliche allergische Reaktion, sagte die Sprecherin. Der Elfjährige habe etwa allergisch auf Kuhmilch reagiert - ob dies mit seinem Tod in Zusammenhang stehe, werde ermittelt, ebenso wie der Auslöser des möglichen anaphylaktischen Schocks.

Sie sagte, die Staatsanwaltschaft habe ein allergologisches Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses liege bisher nicht vor. Hinweise auf andere mögliche Todesursachen gebe es nicht.

Warum kam ein vorbereitetes Notfall-Medikament nicht zum Einsatz?

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, etwa 20 Minuten vor dem Zusammenbruch des Jungen soll es ein gemeinsames Mittagessen gegeben haben. Geklärt werden solle auch, was in diesen 20 Minuten vorgefallen sei. Für die Klassenfahrt hatte der Elfjährige den Angaben zufolge einen Notfall-Pen mit Adrenalin dabei - dieser kam aber nicht zum Einsatz.

Während des Einsatzes im Juni wurden rund 50 Schulkinder aus vierten Klassen einer Grundschule in der Region Hannover von den Lehrkräften betreut und von den Rettungsmaßnahmen ferngehalten. Notfallseelsorger kümmerten sich um die Kinder und die Lehrkräfte.