Runkel: Tote und Verletzte bei Unfall in Lederfabrik - Politiker entsetzt
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
Runkel, Freitag, 17. April 2026
Drei Menschen kommen in einer Lederfabrik in Mittelhessen ums Leben, weitere werden lebensgefährlich verletzt. Die Kripo ermittelt nun die Todesursache. Waren es Chemikalien?
Update vom 17.04.2026: Arbeitsunfall in Fabrik - jetzt ermittelt die Kriminalpolizei
Bei einem Unglück in einer Lederfabrik und Pelzgerberei im hessischen Runkel sind drei Menschen ums Leben gekommen. Zwei weitere Menschen seien schwer verletzt und in Krankenhäuser gebracht worden, teilte das Landesinnenministerium mit.
Viele der mehr als 150 alarmierten Einsatzkräfte waren tief erschüttert über den Arbeitsunfall, zu dem sie am Donnerstagnachmittag (16. April 2026) gerufen worden waren. Ein Mitarbeiter der Gerberei hatte gegen 16.40 Uhr die Toten und Schwerverletzten in der Klärgrube des Unternehmens entdeckt, wie René Schultheis, Sprecher der Gefahrenabwehr des Kreises Limburg-Weilburg und Kreisbrandmeister, erklärte.
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Das Firmengelände befindet sich etwas außerhalb des 9500-Einwohner-Städtchens in der Nähe von Limburg an der Lahn. Zunächst war unklar, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Es bestehe die Möglichkeit, dass es beim Abstieg in eine Grube zu einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gekommen sei, erklärte Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) am Unfallort.
Spezialisten untersuchen Chemikalien
Das könnte den Tod der Arbeiter sowie die lebensgefährlichen Verletzungen der beiden anderen Männer verursacht haben, die mit Rettungshubschraubern in Kliniken geflogen wurden, so Poseck.
Schultheis erläuterte, die Opfer seien in einer Klärgrube der Gerberei gefunden worden, in der verschiedene Chemikalien aufgefangen würden. Dort könnten Dämpfe freigesetzt worden sein. Mit welchen Chemikalien sie genau in Berührung gekommen seien, müsse noch ermittelt werden. Die genaue Todesursache müsse die Polizei klären.
Die einzige positive Nachricht des Abends: Es sind keine Gefahrstoffe über das Firmengelände hinausgetreten, es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung, versicherte er.
Innenminister erschüttert
Der hessische Innenminister zeigt sich sehr betroffen: "Ich habe in meiner Amtszeit noch kein Ereignis mit drei Toten erlebt, das macht diese Situation ganz besonders traurig", sagte der CDU-Politiker am Unglücksort. Das Ereignis habe das Land Hessen erschüttert. Auch für die Rettungskräfte sei es ein "sehr herausfordernder Einsatz mit einer ungewissen Situation".