Ritter Sport: Darum überklebt das Unternehmen seine Verpackungen mit Stickern
Autor: Agentur dpa, Redaktion
Waldenbuch, Dienstag, 01. Sept. 2026
Seit einigen Monaten sind manche Verpackungen von Ritter Sport mit Stickern überklebt. Nun begründete das Familienunternehmen den Schritt.
Der Schokoladenhersteller Ritter Sport überklebt seit mehreren Monaten bestehende Schokoladentafeln mit einem Sticker, um den Anforderungen einer EU-Richtlinie gerecht zu werden. Unter dem Aufkleber verschwindet ein Slogan, mit dem Ritter Sport jahrelang geworben hatte: "100 % zertifiziert nachhaltiger Kakaobezug", wie eine Sprecherin des Familienunternehmens in Waldenbuch (Kreis Böblingen) mitteilte.
Der Grund für das Überkleben ist die sogenannte EmpCo-Richtlinie der EU (Empowering Consumers for the Green Transition). Diese tritt den Angaben zufolge Ende September in Kraft und soll "Greenwashing" verhindern. Vage Begriffe wie "umweltfreundlich" oder eben "nachhaltig" sind künftig nur noch gestattet, wenn sie auf der Verpackung detailliert belegt werden. Zunächst hatten mehrere Medien über das Thema berichtet.
Ritter Sport erklärt Sticker - Unternehmen befindet sich in Schieflage
Die Sprecherin konnte keine Angaben machen, wie viele Packungen überklebt werden müssen. "Der Packungsrelaunch mit der neuen Folie ist in vollem Gange, lässt sich aber nicht innerhalb von ein paar Monaten umsetzen." Die neuen Primärfolien werden demnach künftig auf der Vorderseite die Auslobung "ohne Zusatz von Aromen" und auf der Rückseite den Hinweis auf den nach wie vor 100 Prozent zertifizierten Kakaobezug mit entsprechenden Hinweisen tragen.
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"Wie mehrfach kommuniziert, war es uns wichtig, keine Folien zu vernichten." Das Familienunternehmen äußerte sich zu der neuen EU-Regelung weiter, man befürworte grundsätzlich Maßnahmen, die der Transparenz dienten und bei den Verbrauchern Klarheit schafften, durch fundierte und spezifische Aussagen mit Nachweisbarkeit. "Allerdings stellt die verbleibende Rechtsunsicherheit in der Umsetzung bzw. Auslegung in verschiedenen europäischen Ländern eine Herausforderung dar."
Ritter Sport hatte Ende April mitgeteilt, dass nach einem Verlust im vergangenen Jahr etwas mehr als jede zehnte Stelle wegfallen soll. Das sei der erste Stellenabbau in der mehr als 110-jährigen Unternehmensgeschichte. Als Gründe nannte der Sprecher stark gestiegene Rohstoffpreise, vor allem bei Kakao. Aber auch die Preise für Energie und Verpackungen hätten das Geschäft zuletzt belastet. Zudem sei eine deutliche Kaufzurückhaltung zu bemerken.