Riesiger Babymilch-Rückruf - heiße Spur zu Gift-Zutat gefunden?
Autor: Strahinja Bućan, Daniel Krüger, Agentur dpa
Deutschland, Donnerstag, 26. Februar 2026
Danone und Nestlé warnen derzeit vor zahlreichen Chargen bei Babymilch. Diese kann mit einem Bakterien-Gift kontaminiert sein. Nun scheint klar zu sein, wo die betroffene Zutat herkam.
Update vom 26.02.2026: Babymilch wegen Gift vom Markt genommen - heiße Spur zu Gift-Zutat gefunden?
Nach dem Skandal um verunreinigte Babynahrung verstärkt die EU Einfuhrkontrollen für eine Zutat aus China. Jede zweite Lieferung von Arachidonsäure-Öl aus dem Land soll ab morgen besonders auf den Giftstoff Cereulid getestet werden, wie aus einer im EU-Amtsblatt veröffentlichten Entscheidung hervorgeht. Zuvor gab es deshalb nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) weltweit Rückrufe von Babynahrung.
Cereulid ist laut Efsa ein von Bakterien gebildetes Gift, das 30 Minuten bis sechs Stunden nach der Einnahme plötzliche Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen verursachen kann. Laut Mitteilung im Amtsblatt hat sich herausgestellt, dass die Kontamination mit dem Giftstoff auf Arachidonsäure-Öl aus China zurückzuführen ist, das bei der Herstellung verwendet wurde.
Kontaminierte Babymilch - laut EU-Behörde Zutat aus China verantwortlich
Efsa hatte zuvor eine Risikobewertung durchgeführt und legte nun erstmals einen Sicherheitsrichtwert für die zulässige Menge an Cereulid in Babynahrung fest. Damit sollen Behörden in der EU schneller und einheitlicher entscheiden können, wann ein Rückruf notwendig ist, wie die Behörde mit Sitz in Parma angibt.
Bereits im Januar hatten die Nahrungsmittelkonzerne Danone und Nestlé in Deutschland mehrere Chargen ihrer Babynahrung zurückgerufen. Betroffen waren verschiedene Pulver und Flüssigkeiten in Dosen, Schachteln und Flaschen. Nestlé hatte damals betont: "Es ist uns wichtig zu betonen, dass bislang keine Erkrankungen oder Symptome im Zusammenhang mit dem Verzehr der betroffenen Produkte bestätigt worden sind."
Update vom 23.02.2026: Gewaltiger Babymilch-Rückruf wegen Giftstoff - Supermärkte reagieren
Anfang Februar sorgte ein massiver Rückruf von Babymilch der Hersteller Nestlé und Danone für Verunsicherung. In fast 40 Produkten der beiden Branchen-Riesen war eine Kontamination mit dem Giftstoff Cereulid möglich, der durch den Bacillus Cereus produziert wurd. Bei einer Infektion drohen laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung sogar Organschäden bei Babys - meist kommt es aber zu Überlkeit und Erbrechen. Auch den Einzelhandel stellte der Rückruf für Herausferderungen, wie nun die Lebenmittelzeitung (LZ) berichtete.
Demnach konnten Drogerie-Ketten wie dm und Rossmann den Ausfall der Nestlé- und Danone-Produkte gut mit ihren Eigenmarken abfedern. Der übrige Einzelhandel ist laut der LZ jedoch nicht im Segment Babynahrung nicht so gut aufgestellt wie die Drogerien. Unter Berufung auf Branchen-Insider berichtete das Medium, dass Einkäufer der großen Ketten verstärkt auf nich betroffene Produzenten herantreten. So sei der Bio-Hersteller Löwenzahn Organics mit Edeka im Gespäch und habe seinen Absatz zuletzt um 30 Prozent steigern können. Ähnliches bestätigen der LZ zufolge auch Produzenten wie Holle oder Töpfer.
Babymilch von Danone und Nestlé wegen Giftstoff zurückgerufen - Konkurrenz steigert Absatz enorm
Gleichzeitig profitiert Branchen-Primus Hipp von dem Rückruf bei den beiden größten Mitbwerbern. "Derzeit sehen wir eine kurzfristig stark erhöhte Nachfrage nach mehreren unserer Artikel", so das bayerische Traditionsunternehmen gegenüber der LZ. Man habe die Produktion deutlich hochgefahren und die Chargengrößen entsprechend angepasst. Laut Zahlen der Lebensmittelzeitung führt Hipp den Markt für Babynahrung in Deutschland mit einem Anteil von 40 Prozent deutlich an, gefolgt von Danone (20 Prozent), den jeweiligen Handelsmarken (15 Prozent) und Nestlé (6 Prozent).