Reza Pahlavi in Berlin: Hoffnungsträger oder Spaltfigur?
Autor: den dpa-Korrespondenten
, Mittwoch, 22. April 2026
Während der Massenproteste im Iran galt Reza Pahlavi vielen als Hoffnungsträger. Durch den Krieg macht sich teils Ernüchterung breit. Nun reist der Sohn des Schahs nach Berlin. Wer ist der Mann?
Es ist ein kalter Januartag, als sich Reza Pahlavi an die Protestbewegung im Iran wendet. Seit Tagen erschüttern Demonstrationen das Land, ausgelöst damals durch eine schwere Wirtschaftskrise. In einer Videoansprache auf seinem Instagram-Kanal fordert er die Menschen auf, zwei Tage später auf die Straße zu gehen oder von den Balkonen Parolen zu rufen.
Was dann geschieht, überrascht viele im Iran. In den Metropolen folgen Massen dem Aufruf. Für einen Moment wirkt es, als habe die zersplitterte Opposition eine Stimme gefunden. Getragen wird sie von einer Wut, die sich seit Jahren aufgestaut hat: über politische Repression, fehlende Perspektiven und steigende Preise.
Pahlavi, Sohn des letzten Schahs, reist nun für politische Gespräche nach Berlin. Es ist sein erster offizieller Besuch in der deutschen Hauptstadt. Für viele Exil-Iraner verkörpert er die Möglichkeit eines politischen Übergangs. Für andere steht er für ein monarchisches System, dessen Versprechen sich schon einmal als trügerisch erwiesen hat. An kaum einer Figur zeigen sich die Brüche innerhalb der Opposition so deutlich.
Schwerste Proteste in der Geschichte der Islamischen Republik
Die Proteste im Januar schlägt der iranische Sicherheitsapparat in nur zwei Nächten brutal nieder, Tausende werden getötet. Für einen kurzen Moment schien dennoch mehr möglich. Der Aufruf und die Bilder aus den Städten nährten in der Protestbewegung Hoffnung auf einen politischen Umbruch. Es sind die schwersten Proteste in der Geschichte der Islamischen Republik.
Nur wenige Wochen später beginnt der Krieg. Israel und die USA greifen den Iran an. In Teilen der Opposition wird er als Chance gesehen, einen Machtwechsel herbeizuführen. Auch Pahlavi unterstützt den Kurs und stellt sich demonstrativ an die Seite von US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu. Doch die Führung der Islamischen Republik bleibt an der Macht. Zurück bleibt Ernüchterung.
Auch in Deutschland ist die Geschichte der Pahlavi-Dynastie eng mit politischem Protest verknüpft. Beim Staatsbesuch von Schah Mohammad Reza Pahlavi in West-Berlin im Jahr 1967 kam es zu heftigen Demonstrationen. Der Student Benno Ohnesorg wurde am Rande von einem Zivilpolizisten erschossen – ein Ereignis, das bundesweit Empörung auslöste und als Zäsur für die westdeutsche Studentenbewegung gilt.
Wie Pahlavis Vater den Iran mit harter Hand regierte
Der Schah regierte den Iran autoritär. Die Opposition wurde unterdrückt, Kritiker landeten im Gefängnis und der berüchtigte Geheimdienst ging brutal gegen Gegner vor. Gleichzeitig trieb der Schah das Land mit großen Reformprojekten und einer engen Anbindung an den Westen voran. Für viele seiner Gegner stand die Monarchie am Ende für politische Repression, Ungleichheit und eine Entfremdung zwischen Staat und Gesellschaft. 1979 kam es zur Revolution.