Remscheid: Raser-Proll tötet junge Frau mit 700-PS-Mercedes - "Zeitbombe"
Autor: Agentur dpa, Redaktion
Remscheid, Donnerstag, 07. Mai 2026
In Remscheid hatte ein 25-Jähriger vergangenes Jahr eine junge Frau (19) mit seinem hochgetunten Sportwagen erfasst. Sie starb - jetzt fiel ein Urteil gegen den Mann.
Ein Raser ist in Wuppertal wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das dortige Landgericht befand den 25-jährigen Unfallfahrer auch des versuchten Mordes und eines illegalen Autorennens für schuldig. Vor gut einem Jahr hatte er mit einem über 700 PS starken Sportwagen zwei Frauen erfasst, von denen eine ums Leben kam.
Damit entsprach das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der 25-Jährige habe den Tod von Menschen in Kauf genommen, als er mit seinem hochmotorisierten Wagen Vollgas gab, um anzugeben, hatte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer gesagt. Am 30. April des vergangenen Jahres wurden zwei junge Frauen in Remscheid von dem PS-starken Fahrzeug erfasst, das von dem betrunkenen 25-Jährigen gesteuert wurde, und durch die Luft geschleudert.
Remscheid-Raser wegen Mordes verurteilt: Zuvor fuhr er innerorts mit über 150 km/h
Der Wagen war beim Anfahren ausgebrochen und auf den Gehweg geraten. Eine 19-Jährige starb, ihre Freundin überlebte schwer verletzt. Der deutsche Angeklagte hatte zugegeben, gefahren zu sein, jedoch einen Tötungsvorsatz vehement bestritten. Er sei "kein Mörder". Eine Blutprobe ergab bei ihm einen Alkoholwert von 1,46 Promille. Der Staatsanwalt verwies auf zahlreiche riskante Fahrmanöver des Angeklagten, die auf Videos dokumentiert seien.
Video:
Seine Rücksichtslosigkeit sei kein Einzelfall gewesen; andere Verkehrsteilnehmer seien ihm egal gewesen. So habe er auch den Tod der beiden Frauen billigend in Kauf genommen. Technische Mängel am Fahrzeug hatten die Sachverständigen nicht festgestellt. Die Verteidigung hatte dem Mordvorwurf widersprochen. Der 25-Jährige habe zwar rücksichtslos gehandelt, aber nicht vorsätzlich. Vielmehr habe er einen Fahrfehler gemacht, verbunden mit erheblicher Selbstüberschätzung. Eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung sei jedoch angemessen.
Videos früherer Fahrten zeigten, wie der 25-Jährige innerorts auf Tempo 151 beschleunigte und auf einer Landstraße auf 217 Stundenkilometer, schilderte der Staatsanwalt. Zwischenzeitlich habe er die PS-Zahl seines Sportwagens von 639 auf 850 steigern lassen. Zum Unfallzeitpunkt seien es über 720 PS gewesen - eine Betriebserlaubnis hatte der Wagen dafür nicht. Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, bis jemand verletzt oder getötet wurde. "Er war eine tickende Zeitbombe", hatte der Staatsanwalt gesagt.