Durchsuchung bei Deutscher Bank: Verdacht auf Geldwäsche
Autor: Jörn Bender, Alexander Sturm und Christian Ebner, dpa
, Mittwoch, 28. Januar 2026
Erneut Ärger wegen möglicher Geldwäsche: Justiz und BKA sichern Beweise bei der Deutschen Bank. Die Ermittlungen betreffen frühere Geschäftsbeziehungen. Der Zeitpunkt der Razzia ist pikant.
Razzia bei der Deutschen Bank: Wegen des Verdachts der Geldwäsche durchsucht die Justiz die Zentrale des größten deutschen Geldhauses in Frankfurt sowie einen Standort der Bank in Berlin - und das ausgerechnet am Tag vor der Bilanzvorlage des Dax-Konzerns für 2025. Beschuldigt werden unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter, wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte.
Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen Frankfurt am Main führt die Ermittlungen gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt (BKA). Hintergrund sind frühere Geschäftsbeziehungen des Instituts zu ausländischen Gesellschaften, die ihrerseits im Verdacht stehen, Geldwäsche betrieben zu haben.
Bei den Durchsuchungen sollten nach Angaben der Ermittler zusätzliche Beweise gesichert werden. Nach Informationen des «Spiegel», der zuvor darüber berichtet hatte, betraten um kurz nach 10 Uhr etwa 30 Ermittler in Zivil den Sitz der Bank in der Frankfurter Innenstadt.
Bilanzvorlage im Schatten der Geldwäscheermittlungen
An der Börse gab der Aktienkurs der Deutschen Bank nach Bekanntwerden der Durchsuchungen zeitweise um rund drei Prozent nach. Die Zahlenvorlage des Dax-Konzerns an diesem Donnerstag steht damit unter keinem guten Stern: Zwar erwarten Analysten, dass das Institut seinen Gewinn 2025 deutlich auf knapp 6 Milliarden Euro gesteigert hat. Doch nun muss sich Vorstandschef Christian Sewing auf kritische Fragen zur Razzia einstellen.
Bank bestätigt Durchsuchungen
Der genaue Anlass der Durchsuchungen blieb zunächst unklar. «Zu dem Hintergrund der Geschäftsbeziehungen, den über die Deutsche Bank AG erfolgten Transaktionen und deren Umfang sowie zu den Gesellschaften selbst, können keine weiteren Angaben gemacht werden», erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur geht es um Geschäfte im verschachtelten Firmenkonglomerat des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch aus den Jahren 2013 bis 2018. Einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» zufolge werfen die Ermittler der Deutschen Bank vor, eine oder mehrere Geldwäsche-Verdachtsmeldungen zu Abramowitschs Firmen verspätet an die Behörden übergeben haben.
Name Abramowitsch fällt - der wehrt sich
Abramowitsch, der seit 2022 auf der Sanktionsliste der EU steht, ließ über einen Anwalt mitteilen, ihm seien keine Ermittlungen deutscher Behörden in dieser Angelegenheit bekannt. «Herr Abramowitsch hat stets im Einklang mit den geltenden nationalen und internationalen Gesetzen und Vorschriften gehandelt.» Jede gegenteilige Behauptung sei falsch und rufschädigend.