AfD im Nordosten leicht vor SPD - CDU nur knapp im Landtag
Autor: Christian Andresen, dpa
, Sonntag, 20. Sept. 2026
Die AfD liegt an Ostseeküste und Seenplatte knapp vor der SPD. Beide beanspruchen die Regierung. Die CDU ist nach den ersten Hochrechnungen nur hauchdünn im Parlament und muss zittern.
Die Aufholjagd der SPD hat am Ende nicht ganz gereicht: Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD vorn - Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kann aber womöglich weiter regieren. Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF erleidet die CDU erneut ein Fiasko und könnte erstmals seit Gründung der Bundesrepublik nur ganz knapp im Parlament verbleiben. Schwesigs bisheriger Regierungspartner Linke verliert deutlich an Zustimmung.
Die Grünen könnten wie die CDU knapp im Landtag bleiben, mussten zunächst aber ebenfalls zittern. Für das BSW ist dies noch ungewisser. Die FDP schafft es nicht über die Fünf-Prozent-Hürde.
SPD kann AfD nicht ganz einholen
Nach den Hochrechnungen von 19.30 Uhr hat die SPD mit einer ganz auf einen Zweikampf zugeschnittenen Kampagne die in den Umfragen führende AfD nicht ganz eingeholt. Schwesigs Partei schneidet mit 35,5 bis 35,9 Prozent schwächer als vor fünf Jahren ab (39,6 Prozent) - für den Machterhalt braucht sie zusätzliche Partner. Angesichts der bundesweiten Schwäche der Partei gilt ihr Abschneiden dennoch als großer Erfolg.
Die AfD von Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm hat mit 37,7 bis 37,9 Prozent ihr Ergebnis mehr als verdoppelt (16,7 Prozent). Wie die SPD beansprucht sie nun die Regierung - allerdings fehlt ihr dafür ein Partner, weil keine Partei mit ihr koalieren will. Sie ist nun im dritten Landtag nach Thüringen und Sachsen-Anhalt stärkste Kraft.
CDU erleidet nächste Pleite innerhalb zweier Wochen
Die CDU mit ihrem Vorsitzenden Daniel Peters wird im stark polarisierten Wahlkampf zwischen AfD und SPD zerrieben und verliert mit 5,2 Prozent (13,3) mehr als die Hälfte ihrer Stimmen. Für die Bundespartei ist es innerhalb von zwei Wochen das nächste «Desaster» nach der Niederlage in Sachsen-Anhalt, wie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sich ausdrückte. Gleichwohl käme neben den Grünen die CDU für Schwesig als Stütze in Frage, wenn beide tatsächlich im Parlament bleiben sollten.
Die Linke bleibt mit 6,5 bis 6,9 Prozent weit unter den Erwartungen und unter dem Niveau der Wahl von 2021 (9,9). Die Grünen rutschen auf 5,4 bis 5,5 Prozent (6,3). Die FDP fliegt mit 1 Prozent (5,8) aus dem Landtag und ist nun bundesweit nur noch in vier Landesparlamenten vertreten. Das erstmals angetretene BSW könnte mit 4,9 bis 5 Prozent am Ende der Auszählung noch an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
Nach den Hochrechnungen von Infratest dimap (ARD) und Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) könnte die Sitzverteilung im Schweriner Schloss wie folgt aussehen: SPD 26 bis 28 Mandate (2021: 34), AfD 28 bis 30 (14), Linke 5 (9), CDU 4 (12), Grüne 4 (5), BSW entweder nicht vertreten oder mit 4 Sitzen. Die Mehrheit liegt bei 36 Mandaten.