Preisboom durch Iran-Krieg: Heftige Inflation in Deutschland möglich?
Autor: Nadine Wüste, Agentur dpa
Wiesbaden, Mittwoch, 11. März 2026
Die Teuerung in Deutschland ist aktuell niedrig, doch der Krieg im Iran lässt Öl- und Gaspreise steigen. Auch Lebensmittel könnten wegen teurer Logistik und Energie wieder mehr kosten.
Mit 1,9 Prozent ist die Preissteigerung in Deutschland im Februar wieder unter die Schwelle von zwei Prozent gesunken. Doch die Besorgnis ist groß, dass der Iran-Krieg nicht nur kurzfristig die Öl- und Gaspreise in die Höhe treibt, sondern auch die Inflation. Dabei spielt nach Meinung von Ökonomen die Dauer des Krieges eine entscheidende Rolle. Bisher gingen Volkswirte davon aus, dass die Inflationsrate in Deutschland im gesamten Jahr knapp über der Zwei-Prozent-Marke liegen wird.
Das könnte sich ändern, wenn der Iran-Krieg sich über Monate hinzieht und die Ölpreise längere Zeit hoch bleiben. Denn das treibt die Ausgaben für Unternehmen und Konsumenten. Infolge des Iran-Kriegs könnten zudem die Lebensmittelpreise aus Sicht von Handelsforschern zumindest kurzfristig wieder stärker steigen, weil Logistik und Energie teurer werden. In Deutschland zahlen Verbraucher mehr und mehr mit Karte, anstatt mit Bargeld – das hat Auswirkungen.
Lebensmittelpreise im Februar weniger stark gestiegen
Im Februar verteuerten sich Waren und Dienstleistungen in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes insgesamt wieder etwas weniger als im Januar, der eine Inflationsrate von 2,1 Prozent verzeichnet hatte. Der Preisauftrieb bei Lebensmitteln ließ im Februar deutlich auf 1,1 Prozent nach. Allerdings haben Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg nachhaltig für Preissteigerungen im Supermarkt gesorgt: Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) sind die Preise für Nahrungsmittel in Deutschland zwischen 2021 und 2025 um fast 32 Prozent gestiegen.
Energie war im Februar sogar 1,9 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Doch längst ist der Krieg im Nahen Osten an den Zapfsäulen in Deutschland angekommen: Benzin und Diesel kosteten zuletzt mehr als zwei Euro pro Liter. Zu Wochenbeginn kostete ein Fass (159 Liter) Rohöl der Nordsee-Marke Brent zeitweise fast 120 Dollar. Damit kletterte der Preis auf den höchsten Stand seit dem Sommer 2022, gab dann aber wieder etwas nach. Beim Sprit ist das obere Ende der Fahnenstange wohl noch lange nicht erreicht. Der Tankstellen-Interessensverband (TIV) kann sich Preise von 2,50 Euro oder sogar mehr vorstellen.
Ein Preistreiber in Deutschland sind seit Monaten Dienstleistungen. Sie verteuerten sich im Februar wie im Januar um 3,2 Prozent überdurchschnittlich. Je höher die Inflation, umso geringer die Kaufkraft der Menschen: Sie können sich für einen Euro dann weniger leisten. Von Januar auf Februar des laufenden Jahres stiegen die Verbraucherpreise in Europas größter Volkswirtschaft Deutschland um 0,2 Prozent, wie die Wiesbadener Statistiker bestätigten.