Preis für Shisha-Tabak könnte sich verdoppeln

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Shisha-Wasserpfeife
Ein Mann raucht in einer Shisha-Bar eine Wasserpfeife.
Shisha-Wasserpfeife
Bernd Weißbrod/dpa
Shisha-Rauchen
Besucher der Fachmesse Intertabac beim Wasserpfeife-Rauchen.
Shisha-Rauchen
Wolf von Dewitz/dpa
Shisha-Lobbyist Folke Rega
Shisha-Lobbyist Folke Rega, hier bei der Fachmesse Intertabac 2024.
Shisha-Lobbyist Folke Rega
Wolf von Dewitz/dpa-Zentralbild/dpa

Es riecht süßlich und fruchtig, wenn in den tausenden Shisha-Bars geblubbert wird. Medizinern ist das ein Graus, was die meisten Konsumenten nicht stört. Ihnen drohen Preiserhöhungen.

Wer Shisha raucht, wird künftig vermutlich deutlich stärker zur Kasse gebeten werden. Wie aus einem Gesetzesentwurf zum Tabaksteuergesetz und einer Steuerstatistik hervorgeht, soll die aktuelle Tabaksteuerlast von etwa 56 Euro pro Kilogramm Wasserpfeifentabak bis 2030 schrittweise auf 188,46 Euro pro Kilo hochgehen. 

Nach Angaben des Bundesverbandes Wasserpfeifentabak liegt der durchschnittliche Verkaufspreis derzeit bei circa 139 Euro pro Kilo. «Künftig würden sich die Preise wohl auf 250 bis 300 Euro pro Kilo in etwa verdoppeln», sagt Folke Rega vom Bundesverband Wasserpfeifentabak. Das Gesetzesvorhaben stammt vom Bundesfinanzministerium, es könnte zügig verabschiedet werden. Die Unterlagen liegen dpa vor. 

Der Verband warnt vor einer Zunahme des Schwarzmarktes, sollte die geplante Steuererhöhung tatsächlich kommen. Allein im ersten geplanten Schritt zum Januar 2027 würde sich die Tabaksteuer auf Wasserpfeifentabak fast verdoppeln, danach ginge es weiter hoch. «Die Steuererhöhungen sind unverhältnismäßig hoch», sagt Verbandsgeschäftsführer Rega. «Ein legaler Vertrieb von Wasserpfeifentabak setzt voraus, dass die Branche ausreichende Absatzmengen erzielen kann: Das aber ist in Gefahr, wenn eine 200-Gramm-Dose künftig 60 Euro kostet.» Derzeit seien es 25 bis 30 Euro. 

Branche hat schlechte Erfahrungen mit Regierungsvorgehen 

In Deutschland rauchen schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen Wasserpfeife. Diese Schätzung ist von 2023: Laut einer Umfrage der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität von 2023 (Debra-Studie) rauchen 1,8 Prozent der Menschen in Deutschland, die mindestens 14 Jahre alt sind, Wasserpfeife. Krebsforscher betonen die Gesundheitsgefahren des Shisha-Rauchens - dass das Wasser bei dieser Art von Rauchen eine Filterfunktion habe, ist eine weit verbreitete Legende. 

Ein Viertel des in Deutschland verkauften Wasserpfeifentabaks wird in circa 5.000 Shisha-Bars konsumiert - der Rest entfällt auf den privaten Bedarf. Laut Verbandsangaben gibt es circa 2.500 Verkaufspunkte wie Kioske und Tankstellen, sowie circa 200 Großhändler. 

Eine restriktive Verpackungsregelung, die von 2022 bis 2024 galt, machte der Shisha-Branche schwer zu schaffen. Damals brummte der Schwarzmarkt: Während die Importmenge spezieller Kohle, die für Wasserpfeifen benötigt wird, gleich blieb, brach die Menge versteuerten Shisha-Tabaks ein. Diese Entwicklung erklärten Fachleute damit, dass die Konsumenten besagte Kohle weiterhin legal einkaufen, für den Tabak aber auf illegale Kanäle zurückgreifen. Der Bundesverband Wasserpfeifentabak schätzte, dass 80 Prozent des in Deutschland konsumierten Shisha-Tabaks aus illegalen Kanälen kam. 

Schließlich machte der Gesetzgeber einen Rückzieher, kippte besagte Verpackungsregelung und entzog dem Schwarzmarkt damit teilweise den Boden. Nun befürchtet Verbandsvertreter Rega, dass die Steuererhöhung der nächste Wachstumsimpuls für den illegalen Markt sein könnte. 

Lobbyist sieht legale Shisha-Branche in Gefahr 

«Die Pläne des Fiskus zu kräftigen Steuermehreinnahmen würden wieder schiefgehen», sagt der Lobbyist. «Stattdessen ist mit einem Verlust der kompletten legalen Steuereinnahmen zu rechnen, profitieren wird die organisierte Kriminalität.» Produktion in Deutschland werde es dann wohl nicht mehr geben, da sich das Geschäft angesichts des zu erwartenden Umsatzeinbruchs nicht mehr lohnen würde. 

Als Produzent müsse man finanzielle Sicherheiten hinterlegen sowie Dokumentationstechnik kaufen und unterhalten, damit die Ware rückverfolgbar ist und Vorgaben zur Lebensmittelqualität erfüllt. Inklusive weiterer staatlicher Anforderungen komme man auf Jahreskosten von mindestens einer Viertelmillion Euro, sagt Rega. 

«Man weiß, dass man die Preise steuerbedingt heftig anheben müsste und die Nachfrage deswegen einbräche - und dann macht man seine Firma zu.» Als Folge der geplanten Steuererhöhungen würde wohl nur noch illegale Importware über das Internet nach Deutschland kommen, befürchtet Rega. «Die legale Branche stirbt und der Fiskus geht leer aus.»