Preetz: Polizei findet ertrunkenes Kind und muss sich zweimal korrigieren
Autor: Agentur dpa, Moritz Kircher
Preetz, Freitag, 07. August 2026
Die in Preetz vermisste Dreijährige ist offenbar im elterlichen Pool ertrunken. Ihre Angaben zur Suche musste die Polizei zweimal korrigieren. Warum wurde der Pool nicht früher untersucht?
Das in Preetz bei Kiel (Schleswig-Holstein) aufgefundene Kleinkind ist durch Ertrinken zu Tode gekommen. Das ist das vorläufige Ergebnis der Obduktion. "Das Kind wurde aus einem auf dem elterlichen Grundstück befindlichen Pool geborgen", berichtete die Polizei am Nachmittag. Nach Angaben des Kieler Oberstaatsanwalts Michael Bimler gibt es keinerlei Anhaltspunkte auf eine Gewalttat.
Für Verwirrung hatte der Umstand gesorgt, dass das Mädchen erst am Donnerstagvormittag (6. August 2026) in dem Pool entdeckt wurde. Dabei hatten Einsatzkräfte bereits tags zuvor gegen 14 Uhr erstmals die Wohnung und das Grundstück durchsucht. "Entgegen vorheriger Angaben wurde der Pool auf dem Grundstück zu dieser Zeit nicht durchsucht. Es fand lediglich eine oberflächliche Sichtprüfung statt", berichtete die Polizei nun.
Polizei muss Angaben zur Vermisstensuche in Preetz zweimal korrigieren
Gegen Mitternacht durchsuchten Einsatzkräfte nochmals das Wohnhaus und den Garten. Erstmals suchten sie den Pool dabei genauer ab. "Warum die Absuche des Pools nicht zum Auffinden des Kindes geführt hat, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden", berichtete die Polizei.
Klar ist nach der Obduktion, dass es sich bei dem toten Kind um die zuvor als vermisst gemeldete Dreijährige handelt. "Nach jetzigem Erkenntnisstand ist das Kind unmittelbar nach seinem Verschwinden in den Pool gefallen und war bei Beginn der polizeilichen Suchmaßnahmen bereits ertrunken", berichtete die Polizei zuerst in einer Pressemitteilung. Später dann die Korrektur der zeitlichen Angabe: Der Todeszeitpunkt liege "weit vor Mitternacht".
Doch auch diese Angabe musste die Polizei noch einmal korrigieren. "Sicher ist, dass das Kind mehrere Stunden tot war, bevor die Leiche geborgen wurde." Nach Stand der rechtsmedizinischen Untersuchung könne nicht bestätigt werden, dass die Dreijährige "bei Beginn der polizeilichen Suchmaßnahmen bereits ertrunken" war.
Warum wurde die vermisste Dreijährige nicht vorher im Pool gefunden?
Warum es im Rahmen des Sucheinsatzes zu den Fehlinformationen kam, ist nach Polizeiangaben Gegenstand weiterer interner Befassungen. "Wir bitten dies zu entschuldigen." Intern werde auch nachbereitet, warum der Pool der Familie nicht sofort genauer untersucht wurde. Nicht auszuschließen ist offenbar auch, dass sich das Kind bei der Inaugenscheinnahme des Pools gegen Mitternacht bereits im Wasser befunden haben könnte.
Die Behörden haben in dem Fall ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. "Das heißt, es gibt noch keinen Anfangsverdacht wegen einer Straftat, sondern wir sind im Stadium eines bloßen Beweissicherungsverfahrens", sagte Oberstaatsanwalt Bimler der Deutschen Presse-Agentur. Nach Abschluss der Beweissicherung müsse entschieden werden, ob Tatsachen für ein Fremdverschulden vorliegen.