Pistorius zu Hormus-Mission: «Wir sind jedenfalls ready»
Autor: Carsten Hoffmann, dpa
, Donnerstag, 18. Juni 2026
Zwei Schiffe der Deutschen Marine haben den Suezkanal durchfahren. Im Roten Meer sollen sie sich bereithalten, um schnell in der Straße von Hormus einsatzbereit zu sein.
Kurs aufs Rote Meer: Die für einen möglichen Minenräumeinsatz in der Straße von Hormus vorgesehenen Schiffe der Deutschen Marine haben den Suezkanal passiert und sollen sich nun vor Dschibuti für eine internationale Mission bereithalten.
«Wir wollen, wenn es gefordert ist und Realität wird, schnell handlungsfähig und vor allen Dingen schnell dann in der Straße von Hormus sein», sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) dazu in Brüssel, wo er seine Amtskollegen aus den Nato-Staaten traf.
Das Minenjagdboot «Fulda» und der Tender «Mosel» sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums in einem multinationalen Verband unterwegs und brauchen noch 5 bis 7 Tagen bis zu ihrem Zwischenziel.
An Bord der Schiffe sind rund 140 Soldaten
Die beiden Schiffe wurden für einen möglichen Einsatz mit autonomen Systemen ausgestattet. Auch Minentaucher und Schutzkräfte für die Schiffe («Vessel Protection Teams») sind dabei. Insgesamt befinden sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums rund 140 Männer und Frauen an Bord.
Die 1998 in Dienst gestellte «Fulda» verfügt über eine Druckkammer für Taucher und ist mit Drohnen ausgerüstet, die Minen orten können. Minentaucher können die Sprengkörper dann unschädlich machen. Neben autonomen Drohnen, die ein bestimmtes Seegebiet selbstständig erkunden, stehen gelenkte Unterwasserdrohnen zur Verfügung, die über eine Kamera und einen Greifer verfügen.
Experten gehen davon aus, dass der Iran kurz nach Beginn des Krieges mehrere Dutzend Seeminen in der Meerenge verteilt haben soll - auch wenn Teheran einen solchen Einsatz nie bestätigt hat. US-Präsident Donald Trump teilte zwischenzeitlich mit, dass einige der Minen bereits geborgen worden seien.