Pakistans Sportfans feiern wegen Energiekrise von zu Hause
Autor: Mathis Richtmann, dpa
, Freitag, 27. März 2026
Länder Asiens sind von Öl- und Gasimporten aus dem Golf stark abhängig. In Pakistan spielt die Kricket-Liga daher nun vor leeren Rängen. Die Hoffnung liegt jetzt auf Solarenergie.
Es erinnert ein bisschen an Corona-Lockdown. Bevor das Spiel beginnt, treffen sich die Schiedsrichter und wichtigsten Spieler in der Mitte des Feldes. Hinter ihnen: Gähnende Leere, eine Kulisse aus weißen und grünen Sitzschalen ragt in den dunklen Nachthimmel und da ist überhaupt kein jubelndes Publikum.
Seit Donnerstag findet Kricket in Pakistan ohne Zuschauer statt. Weil Fans dadurch nicht mit Bussen zu den Stadien strömen und Essensstände nicht mit Gas versorgt werden müssen, hoffen die Ausrichter der Pakistan Super League, Energie zu sparen, die im Land gerade rar wird.
Dabei gilt Kricket in Pakistan eigentlich wie in vielen südasiatischen Ländern als beliebtester Sport und verbindet Menschen in Gebieten des ehemaligen britischen Commonwealths miteinander. Doch der Iran-Krieg zieht Pakistan in eine schwere Energiekrise.
Pakistan auf Sparkurs wegen Energiekrise
Schon vor drei Wochen hatte das südasiatische Land mit drastischen Sparmaßnahmen auf steigende Energiepreise reagiert. Denn Irans Angriffe auf den Golf lassen den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nahezu erliegen. Aber von dort kommt eigentlich das Öl und Gas des Landes.
In einem ersten Schritt hob die Regierung in Pakistan daher die Spritpreise an. Es folgten die Anordnung einer Vier-Tage-Woche im öffentlichen Dienst und Schulausfall. Universitäten stellten auf Online-Unterricht um.
In der Situation passe es nicht, dass bis zu 30.000 Fans in Stadien strömten, sagte Mohsin Naqvi, Chef des pakistanischen Kricket-Dachverbands. «Bis diese Krise vorbei ist, vielleicht dauert es noch zehn oder 15 Tage, werden wir keine Zuschauer in die Stadien lassen», so Naqvi.
Auch andere Länder in Asien sind betroffen
Auch andere Länder in Asien sind von Energielieferung aus dem Nahen Osten stark abhängig. Zu Beginn der Woche hatte der Präsident der Philippinen einen nationalen Energienotstand ausgerufen. Die steigenden Ölpreise stellten eine Bedrohung für die Energiesicherheit des Landes dar, teilte Ferdinand Marcos Jr. mit. Auch andere Länder reagieren mit Sparpolitik und Aufrufen an die Bevölkerung. In Indien und Myanmar warten Fahrer teilweise in langen Schlangen vor Tankstellen, um Motorräder und Rikschas wieder aufzufüllen.