Gewinneinbruch bei Bosch: Was sind die größten Baustellen?
Autor: Julian Weber, dpa
, Freitag, 30. Januar 2026
Bosch verdient so wenig wie seit Jahren nicht. Insbesondere die horrenden Kosten für die Stellenabbau-Pläne belasten den Gewinn. Der Druck bei den Schwaben ist hoch. Was dahintersteckt.
Milliardenkosten für den Abbau Tausender Stellen haben den Gewinn von Bosch deutlich schrumpfen lassen. Nach vorläufigen Zahlen ging das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um gut 45 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zurück, wie der Technologiekonzern aus Gerlingen bei Stuttgart mitteilte. Bereits im Vorjahr war der Wert um ein Drittel abgesackt.
Die Zahlen zeigen, unter welch hohem Druck der Konzern steht. Der Gewinn fällt so niedrig aus wie lange nicht. Selbst im Corona-Jahr 2020 hatte Bosch noch gut zwei Milliarden Euro operativen Gewinn eingefahren. Immerhin: Rote Zahlen schrieb demnach keiner der vier Geschäftsbereiche. Der Umsatz stieg im Vergleich zu 2024 leicht auf 91,0 Milliarden Euro.
«Die wirtschaftliche Realität spiegelt sich auch in unseren Ergebnissen wider. 2025 war ein schwieriges, teils auch schmerzhaftes Jahr für Bosch», sagte Konzernchef Stefan Hartung. Die selbstgesteckten Umsatz- und Gewinnziele habe man nicht erreichen können. Aber woran lag das? Ein Überblick.
Weltlage und «mangelnde Wettbewerbsfähigkeit»
Die Herausforderungen, die Bosch auf der ganz großen Bühne beschäftigt, sind nicht neu: Die Weltkonjunktur schwächelt, die geopolitische Lage ist nach wie vor unsicher. Hinzugekommen sind 2025 unter anderem die US-Zölle.
Auch die Konkurrenz, gerade durch chinesische Anbieter, habe sich erheblich verschärft, sagte Hartung. Und das nicht nur in der Autoindustrie, die immer noch die Lieferengpässe bei Nexperia-Chips verdaut - und ohnehin weniger produziert als noch vor ein paar Jahren.
Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Soll heißen: Der Konzern kann im Vergleich zur Konkurrenz nicht mithalten. Der Anspruch ist aber ein anderer. In den wesentlichen Märkten will Bosch zu den drei führenden Anbietern gehören. Das erfordere derzeit vor allem niedrigere Kosten und nachfrageorientierte Kapazitäten. Hartung forderte von der Politik aber auch Local-Content-Regeln. Dadurch könnte ein derzeit verzerrter Wettbewerb wieder gerechter werden.
Stellenabbau kostet Milliarden
Um das Ruder herumzureißen, müssen die Schwaben deutlich sparen. Allein im Zulieferbereich geht es um Milliarden. «Wir arbeiten hart an unseren Sach- und Materialkosten, wir setzen KI noch intensiver ein, um unsere Produktivität zu erhöhen, und wir wägen jede Investition noch sorgfältiger ab», sagte Hartung.