Online statt Laden? Lebensmittel-Lieferdienste rüsten auf
Autor: Dominik Kotzur und Christian Rothenberg, dpa
, Samstag, 07. November 2026
Lebensmittel werden zunehmend online bestellt. Amazon und Rewe setzen nun auf besonders schnelle Lieferungen – was steckt hinter der neuen Offensive?
Grelles Licht, piepsende Kassen und genervte Blicke in überfüllten Gängen – der Einkauf bei Supermärkten und Discountern ist oft purer Stress. Kein Wunder, dass Menschen in Deutschland ihre Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs zunehmend per App oder im Netz bestellen.
Nun kommt erneut Bewegung in die Angebote der Lebensmittel-Lieferdienste. Ein Überblick.
Was ändert sich bei den Anbietern?
Amazon liefert seit Ende Oktober frische Lebensmittel am selben Tag in Köln, Frankfurt und München an seine Kunden. Eine Ausweitung auf weitere Städte sei außerdem geplant, teilte das Unternehmen mit.
Für Prime-Mitglieder ist die Lieferung innerhalb von vier Stunden ab 29 Euro kostenlos. Liegt der Bestellwert darunter, fällt eine Gebühr von 3,99 Euro an. Wer keine Prime-Mitgliedschaft hat, zahlt knapp 10 Euro, unabhängig vom Warenkorbwert. Wer es noch eiliger hat, kann ein 2-Stunden-Fenster buchen. Das kostet aber für alle extra.
Rewe startete bereite Mitte September eine «Sofort-Lieferung». Über die Plattformen Uber Eats, Wolt und Lieferando werden Einkäufe direkt aus den Märkten an die Kunden geliefert. Maximal eine Stunde soll das dauern und ist zunächst in Köln, Frankfurt am Main, Hamburg und Jena angelaufen.
Für Amazon ist der Handel mit Lebensmitteln nicht neu. Der Konzern startete bereits 2017 den Lieferservice «Amazon Fresh», stellte ihn Ende 2024 jedoch wieder ein. Damals erklärte das Unternehmen, sich auf das wachsende Geschäft mit haltbaren Lebensmitteln konzentrieren zu wollen. Nun unternimmt Amazon einen neuen Anlauf.
Warum investieren die Händler jetzt?
«Es ist die letzte Bastion im stationären Handel, die quasi noch nicht stark vom Digitalen durchdrungen ist», sagt Frank Düssler, Pressesprecher des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH). Hier sei noch viel Potenzial. Es liege also nahe, in diesen Bereich vorzudringen und sich ein Stück von dem «riesigen Kuchen» abzuschneiden.