Online-Falle: Wie Fake-Shops tausende Kunden abzocken
Autor: Monika Wendel, dpa
, Freitag, 19. Juni 2026
Sie sehen aus wie echte Online-Shops, sind aber Fallen: Tausende Käufer verlieren jedes Jahr viel Geld an Fake-Shops. Die Verbraucherschutzminister sehen Handlungsbedarf vor allem beim Bund.
Potsdam (dpa) -Mit Fake-Shops im Internet nehmen Betrüger mitunter Millionen ein. Sie verkaufen online Waren, die sie nie verschicken - ob Handys, Sneaker oder Fahrräder. Angesichts der Fußball-WM warnen Verbraucherschützer vor betrügerischen Angeboten von Fanartikeln und Tickets.
Die Verbraucherschutzminister der Länder halten einen nationalen Aktionsplan gegen Fake-Shops für nötig, damit Seiten schneller gesperrt werden. Bei ihrer Konferenz in Potsdam beschlossen sie einstimmig, der Bund solle dabei die Koordinierung übernehmen.
Bislang gebe es zu viele unterschiedliche Behörden-Zuständigkeiten und keine effektiven Verfahren zur Abschaltung, sagte Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Hanka Mittelstädt (SPD), die den Konferenz-Vorsitz innehat. Fake-Shops seien zu einem gefährlichen Massenphänomen geworden, das Verbraucherinnen und Verbraucher immer wieder in die Falle locke und hohe finanzielle Schäden verursache.
Wie häufig ist Betrug über Fake-Shops?
Jeder vierte Verbraucher (24 Prozent) in Deutschland ist schon einmal Opfer von Online-Betrug geworden, wie eine Umfrage im Auftrag der Schufa unter 1.000 Erwachsenen im Februar 2025 ergab. Sechs von zehn Betrugsopfern (61 Prozent) erlitten nach eigenen Angaben einen finanziellen Schaden - etwa, weil ihnen keine oder minderwertige Ware geliefert wurde.
Bei den Verbraucherzentralen gingen 2025 zu Fake-Shops rund 10.000 Beschwerden ein, so der Verbraucherzentrale Bundesverband in Berlin. Das sei nur «die Spitze des Eisbergs», sagte die Expertin für Online-Shopping beim Verband, Stefanie Grunert.
Allein Thüringen meldete im vergangenen Jahr einen Schaden von rund 600.000 Euro durch Fake-Shops.
Was wollen die Minister erreichen?
Für den Verbraucherschutz zuständige Minister fordern wirksamere Maßnahmen gegen Fake-Shops. «Es reicht nicht, punktuell einzelne Anbieter zu sperren - wir brauchen eine umfassende, nationale Strategie zur Bekämpfung von Fake-Shops, die Bund und Länder gemeinsam umsetzen», so Mittelstädt. «Für eine effektive Bekämpfung von Fake-Shops bedarf es einer strategischen Koordinierung durch den Bund.»