Ölpreise steigen weiter - trotz Freigabe von Reserven
Autor: dpa
, Donnerstag, 12. März 2026
Der Krieg im Iran schockt den internationalen Ölmarkt: Deutschland, die USA und andere Nationen wollen mit Ölreserven in Rekordmenge gegensteuern. Kann das funktionieren?
An den Ölmärkten zeichnet sich auch nach der Freigabe von Ölreserven durch die Internationale Energieagentur keine Entspannung ab. Sorgen vor einer dauerhaften Blockade der Straße von Hormus halten die Preise auf dem höchsten Niveau seit Jahren - ein schlechtes Omen für Autofahrer in Deutschland und weltweit.
Während der Iran droht, kein Tropfen Öl für die USA und ihre Partner werde die Meerenge passieren, spielt US-Präsident Donald Trump die Gefahr herunter. Öltanker sollten die Straße von Hormus durchfahren, sagte er am Mittwoch. Dass der Iran die Gewässer vermint habe, wie mehrere Medien berichteten, glaube er nicht.
Die etwa 55 Kilometer breite Straße von Hormus liegt zwischen dem Iran und dem Oman. Sie gehört zu den wichtigsten Seerouten des internationalen Ölhandels.
Freigabe der Ölreserven verpufft am Ölmarkt
Unterdessen suchen Regierungen nach Wegen, mehr Öl auf den Weltmarkt zu pumpen. Die Internationale Energieagentur (IEA) gab am Mittwoch bekannt, eine Rekordmenge strategischer Ölreserven freizugeben. Insgesamt werden die 32 Mitgliedsländer 400 Millionen Barrel Rohöl an den Markt geben. Ihr Ziel: die durch den Krieg angespannten Märkte zu stabilisieren.
Doch die Ölpreise steigen weiter kräftig. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagmorgen wieder mehr als 100 Dollar und damit rund neun Prozent mehr als am Vortag. Bei der US-Sorte WTI fiel der Anstieg ähnlich aus. Die Ölpreise waren in den vergangenen Tagen auf den höchsten Stand seit Sommer 2022 gestiegen.
Auslieferung könnte Monate dauern
Die freigegebene Reserve könnte derweil ausreichen, um die Blockade der Straße von Hormus einige Zeit zu überbrücken. Nach Angaben der IEA passierten die Meerenge im vergangenen Jahr durchschnittlich 20 Millionen Barrel pro Tag. Die angekündigten 400 Millionen Barrel würden also genügen, um einen Ausfall für 20 Tage auszugleichen.
Allerdings dürfte es Wochen oder sogar Monate dauern, bis das Öl ankommt. Die USA versprachen, sich mit 172 Millionen Barrel zu beteiligen. Nächste Woche solle es losgehen, und die komplette Auslieferung könne rund 120 Tage dauern.