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Nosferatu-Spinne in Deutschland: Ausbreitung und Tipps zum Umgang


Autor: Nadine Wüste, Agentur dpa

Karlsruhe (Baden), Mittwoch, 22. April 2026

Die invasive Nosferatu-Spinne hat sich vom Mittelmeer bis nach Norddeutschland ausgebreitet. Ihr Auftreten sorgt für Aufmerksamkeit, ist laut Forschern jedoch meist ungefährlich für Menschen.
Nosferatu-Spinne verbreitet sich in Deutschland


Die invasive Nosferatu-Spinne hat sich vom Mittelmeerraum bis in den Norden Deutschlands ausgebreitet. Laut Hubert Höfer, stellvertretender Vorstand der Arachnologischen Gesellschaft, hat sich die Art entlang des Rheins, seiner Nebenflüsse und in den letzten Jahren auch über andere Verkehrswege in Deutschland verbreitet. Diese Gesellschaft beschäftigt sich unter anderem mit Spinnentieren in Mitteleuropa.

Die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) war bis vor etwa 20 Jahren lediglich aus dem Mittelmeerraum bekannt. Der erste Nachweis in Deutschland stammt laut dem Karlsruher Naturkundemuseum aus dem Jahr 2005 in Freiburg.

Namensgebung der Spinne: "Fratze des Vampirs Nosferatu"

Die Körper dieser Spinnenart erreichen eine Länge von etwa ein bis zwei Zentimetern, während die Beinspannweite bis zu fünf Zentimeter betragen kann. "Der Name leitet sich von der charakteristischen Zeichnung auf dem Vorderkörper ab, die viele kreative Betrachter an die Fratze des Vampirs aus dem gleichnamigen Kinofilm Nosferatu erinnert", schreibt das Museum.

Dank ihres Gifts, ihres robusten Körperbaus und ihrer Geschicklichkeit bei der Jagd kann die überwiegend nachtaktive Spinne auch größere Beute erlegen. "Mitunter überwältigt sie auch Hausspinnen, die zumindest in Bezug auf die Beinspannweite größer sind."

Diese Spinnenart gehört laut Museum zu den wenigen, deren Giftklauen menschliche Haut durchdringen können. "Der Biss ist für Menschen aber in der Regel ungefährlich." Der Schmerz ist meist schwächer als der eines Wespenstichs, jedoch könnten an der Haut Rötungen oder Schwellungen um die Bissstelle entstehen, die einige Tage anhalten können. Ein Biss erfolgt fast ausschließlich, wenn das Tier sich bedroht fühlt.

Biss kann unter die Haut gehen - in der Regel aber ungefährlich

"Von einem direkten Kontakt mit einer ausgewachsenen Nosferatu-Spinne wird deshalb abgeraten." Mit einem ausreichend großen Behälter kann man die Spinnen einfangen und ins Freie setzen. Der Deutsche Naturschutzbund hat eine Zählaktion gestartet, bei der die Spinnen online gemeldet werden können.

Aus menschlicher Sicht könnten die Tiere laut Museum positiv auf das Stadtökosystem wirken, da sie die Populationen der inzwischen im süddeutschen städtischen Umfeld sehr häufig gewordenen Bernsteinschabe in und an Gebäuden kontrollieren können.

Anfangs wurden die Nosferatu-Spinnen fast ausschließlich in Gebäuden gefunden, berichtet Höfer, der ehemalige Abteilungsleiter für Biowissenschaften am Naturkundemuseum.

Spinne kann sich positiv auf Stadtökosystem auswirken

Mittlerweile werden sie an vielen Orten im Freiland entdeckt, aber auch in Gartenhütten, Schuppen, Nistkästen sowie unter der Rinde einiger Baumarten im Siedlungsbereich, insbesondere bei Platanen.

Wie bei allen einheimischen Tierarten haben die Witterung und langfristig das Klima Auswirkungen auf die Bestände und Überlebenschancen der einzelnen Tiere, was eventuell Folgen für die Populationen haben könnte.

"Bei einer so etablierten Art, die keine besonders engen Ansprüche an den Lebensraum hat, ist da aber wenig Veränderung zu erwarten", sagt Höfer.