Niedersachsen: Mutter friert totes Frühchen in Pizzakarton ein - und wird freigesprochen
Autor: Nadine Wüste, Agentur dpa
Verden, Donnerstag, 12. März 2026
Angehörige finden im Gefrierfach einer 33-Jährigen ein totes Baby in einem Pizzakarton. Die drogenabhängige Frau wurde nun freigesprochen.
Update vom 12.03.2026, 13.52 Uhr: Baby in Pizzakarton eingefroren - Mutter freigesprochen
Eine wegen Totschlags durch Unterlassen an ihrem zu früh geborenen Baby angeklagte 33 Jahre alte Frau ist vom Landgericht Verden freigesprochen worden. Das 940 Gramm schwere Frühchen hätte nach Auffassung der Kammer auch bei sofortiger medizinischer Behandlung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht überlebt, teilte ein Gerichtssprecher mit.
Die drogenabhängige Deutsche hatte in ihrer Achimer Wohnung eine Frühgeburt erlitten. Sie benachrichtigte keinen Rettungswagen. Kurze Zeit später starb das Kind. Anschließend legte die Frau den Körper in einem Pizzakarton ins Gefrierfach ihres Kühlschranks.
Dort fanden Angehörige Monate später den Leichnam des Mädchens. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung hatten dem Sprecher zufolge am Mittwoch einen Freispruch beantragt.
Das Gericht hatte drei medizinische Sachverständige damit beauftragt, zu prüfen, ob das Kind lebensfähig gewesen wäre. Laut Staatsanwaltschaft war die Angeklagte seit ihrem elften Lebensjahr kokainabhängig. Die Schwangerschaft habe sie verdrängt.
Erstmeldung vom 24.02.2026, 7.49 Uhr: Angehörige finden eingefrorenes Baby in Pizzakarton
Weil sie ihr zu früh geborenes Baby unbeaufsichtigt gelassen haben soll, steht eine 33-Jährige aus Niedersachsen vor dem Landgericht Verden. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die Angeklagte des Totschlags durch Unterlassen.
Die Frau aus Deutschland soll das in ihrer Achimer Wohnung geborene, 940 Gramm wiegende Frühchen nach dessen Tod in einem Pizzakarton im Gefrierfach ihres Kühlschranks aufbewahrt haben. Dort entdeckten Angehörige Monate später den Leichnam.
Das Neugeborene habe nach der Geburt in der 27. oder 28. Schwangerschaftswoche noch 30 Minuten gelebt, sagte Staatsanwalt Alexander Bleckat. Obwohl der drogenabhängigen Mutter bewusst gewesen sei, dass das Mädchen unbeaufsichtigt sterben würde, habe sie keine Rettungskräfte alarmiert.