Neue Tank-Regel komplett verpufft: ADAC meldet Rekordpreis für Diesel
Autor: Agentur dpa
Deutschland, Freitag, 03. April 2026
Trotz neuer Regeln an Tankstellen steigen die Spritpreise weiter. Die Politik sucht nach Wegen, Autofahrer zu entlasten. Eine Idee von Ricarda Lang lässt aufhorchen.
Während die Spritpreise in Deutschland von Rekord zu Rekord eilen, wird in der Politik über weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Preisanstiegs diskutiert. Die Umstellung auf das sogenannte Österreich-Modell an den Tankstellen hat zumindest in den ersten drei Tagen seit der Einführung noch keine sinkenden Preise zur Folge gehabt: Der ADAC meldete an Karfreitag erneut einen Rekordpreis für Diesel.
Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU) sagte der dpa: "Weitere Maßnahmen wie eine mögliche Entlastung über die Kfz-Steuer müssen nicht nur schnell, sondern vor allem zielgenau wirken, um Haushalte und Wirtschaft nachhaltig zu entlasten. Die zusätzlichen Steuereinnahmen des Staates durch den Ölpreisschock müssen wir den Bürgern zurückgeben." Müller leitet gemeinsam mit Armand Zorn (SPD) eine Arbeitsgruppe der schwarz-roten Bundesregierung.
Umstellung auf Österreich-Modell an Tankstellen ohne Effekt
Ein Liter Diesel kostete am Donnerstag nach Angaben des ADAC im Tagesdurchschnitt 2,346 Euro - ein neuer Höchststand. Der bisherige Rekord von 2,327 Euro am Mittwoch wurde damit schnell übertrumpft. Aus Sicht des ADAC lassen sich die hohen Preise nur teilweise durch den vom 1. auf den 2. April gestiegenen Ölpreis erklären.
Seit Mittwoch dürfen die Spritpreise an den Tankstellen nur noch einmal täglich um 12 Uhr mittags erhöht werden. Vorbild für diese Maßnahme ist Österreich, dort wird und wurde auch schon lange vor dem Krieg im Iran so verfahren. Am Mittwoch und Donnerstag sorgte die neue Regelung an den deutschen Tankstellen für große Preissprünge, ebenso am Freitag.
Nach Daten des ADAC lag der durchschnittliche Preis für einen Liter Super E10 um 11.45 Uhr noch bei 2,127 Euro. Bis 12.15 Uhr stieg der Literpreis für diesen Kraftstoff demnach auf durchschnittlich 2,222 Euro pro Liter - ein Plus von 9,5 Cent. Diesel war erneut noch stärker betroffen und stieg durchschnittlich um 11,7 Cent von 2,349 Euro pro Liter auf 2,466 Euro.
ADAC: "Preisentwicklung eher befördert als begrenzt"
"Die Umstellung auf das sogenannte Österreich-Modell hat die Preisentwicklung eher befördert als begrenzt", sagte eine ADAC-Sprecherin. "Die Preise sind seitdem auf einem zu hohen Niveau."
SPD-Politiker Zorn nannte das erste Paket, zu dem neben der neuen Regel für Tankstellen auch mehr Befugnisse des Bundeskartellamts gegen überhöhte Preise gehören, einen wichtigen ersten Schritt, um für mehr Transparenz an der Zapfsäule zu sorgen. CDU-Politiker Müller sagte, der steigende Ölpreis schlage sich in steigenden Kosten für Verbraucher nieder. Eine abschließende Bewertung des neuen Preismodells an Tankstellen sei verfrüht. Beide betonten, dass das Kartellamt seine neuen Möglichkeiten auch nutzen müsse.