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Neue Spritpreisregel startet heute: Wann "der günstigste Zeitpunkt" sein wird


Autor: Strahinja Bućan, Alexander Milesevic, Agentur dpa

Deutschland, Mittwoch, 01. April 2026

Der Iran-Krieg lässt weltweit die Benzinpreise steigen. Tankstellen dürfen deshalb ab heute nur noch einmal pro Tag ihre Preise erhöhen. Sorgt das für mehr Stabilität oder einen noch stärkeren Preissprung?
Ein Autofahrer tankt sein Auto an einer Tankstelle in Fürth. Ab dem 1. April 2026 tritt in Deutschland die neue Spritpreisregel in Kraft. Damit dürfen Tankstellen nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr, ihre Preise erhöhen.


Kurz vor dem Osterreiseverkehr tritt heute (1. April 2026) die neue Preisregel für Tankstellen in Kraft. Tankstellen dürfen ihre Preise dann nur noch einmal täglich erhöhen, und zwar um 12 Uhr. Senken können sie die Preise jedoch jederzeit.

Das entsprechende Gesetz wurde im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Es tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft, also an diesem Mittwoch. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte zuvor mitgeteilt, die neue Regelung solle am 1. April in Kraft treten. Übrigens zählen drei Tankstellen in Franken zu den günstigsten in Deutschland.

Neue Preisregel gilt ab Mittwoch - wird Sprit jetzt sogar noch teurer?

Warum das Gesetz nicht schon vorher in Kraft getreten ist, hat laut dem Ministerium seine guten Gründe. "Die beteiligten Akteure haben uns gebeten, für eine reibungslose Umsetzung auf ein Inkrafttreten zum 1. April hinzuwirken", begründete der Ministeriumssprecher die Verzögerung. "In Absprache mit dem Bundesamt für Justiz ist dementsprechend eine Veröffentlichung für den 31. März geplant."

Ziel ist es, stärkere Preisschwankungen zu begrenzen und für mehr Transparenz zu sorgen. Vorbild ist eine ähnliche Regel in Österreich. Preissenkungen sind immer möglich. Wegen des Iran-Kriegs sind die Spritpreise deutlich gestiegen. Ob die neue Regelung preisdämpfend wirkt, ist umstritten. Autoclub ADAC und Tankstellenbetreiber bezweifeln, dass die Neuregelung einen großen Effekt haben wird. "Es ist davon auszugehen, dass Preise jeweils um 12 Uhr angehoben werden", so eine ADAC-Sprecherin gegenüber der Bild-Zeitung. Diese Erhöhungen dürften sogar höher ausfallen als nötig - laut dem ADAC dürften die Beteiligten so einen Puffer einbauen, um mögliche Erhöhungen auf dem Markt auszugleichen.

Der Tankstellenverband (TIV) begrüßt hingegen die neue Preisregelung für Tankstellen. "Wir bekommen das schärfste Schwert, das gegen die Mineralölkonzerne gezogen werden kann. Und zwar in einer Reformgeschwindigkeit, die ich nicht für möglich gehalten hatte", sagte ein Sprecher der Rheinischen Post am Dienstag. "Wir müssen jedoch genau beobachten, ob das Gesetz wie vorgesehen funktioniert. Wenn der Markt funktioniert, dann werden wir nach der Preisfestlegung um 12 Uhr einen Preiskampf nach unten sehen, der sich gewaschen hat." 

Sprit vor Inkrafttreten der Preisbremse teurer

Verstöße gegen die neue Regel können mit einer Geldbuße bis zu 100.000 Euro geahndet werden. Teil des "Kraftstoffmaßnahmenpakets" ist auch eine Verschärfung des Kartellrechts. Das Bundeskartellamt bekommt mehr Befugnisse gegen überhöhte Preise. Insgesamt bleibt abzuwarten, wie die Regel tatsächlich wirken wird. Der ADAC gibt jedoch jetzt schon einen Tipp, wann man nun am besten tanken sollte. "Der günstigste Zeitpunkt wird perspektivisch voraussichtlich um kurz vor 12 Uhr liegen", so die ADAC-Sprecherin gegenüber der Bild.

Benzin und Diesel wurden kurz vor dem Inkrafttreten des als Preisbremse konzipierten Maßnahmenpakets der Bundesregierung teurer. Der bundesweite Tagesdurchschnittspreis für Super E10 stieg nach Berechnung des ADAC am Montag um knapp einen Cent auf 2,087 Euro je Liter, den bisher höchsten Stand in diesem Jahr. Diesel kostete 2,295 Euro, 1,2 Cent mehr als am Sonntag. Am Dienstag lagen die morgendlichen Preisspitzen dann nochmals etwas höher, mit 2,159 Euro für Super E10 und 2,368 Euro für Diesel.

In der vergangenen Woche hatten die Kraftstoffpreise zwischenzeitlich etwas nachgegeben, eine Trendwende war das jedoch nach aktuellem Stand nicht. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar sind die Tagesdurchschnittspreise stark gestiegen: Diesel kostete am Montag knapp 55 Cent mehr als vor dem Angriff der USA und Israels auf den Iran. Super E10 war knapp 31 Cent teurer.