Führerschein, D-Ticket: Die Ergebnisse der Ministerkonferenz
Autor: Andreas Hoenig, Christoph Trost, Marco Hadem und Matthias Arnold, dpa
, Donnerstag, 26. März 2026
Es gab eine Fülle von Themen bei der Verkehrsministerkonferenz. Nicht in allen Punkten waren sich Länder und Bund einig.
Fortschritte bei der Führerschein-Reform und ein neues Preissystem beim Deutschlandticket: Das sind wesentliche Ergebnisse der Verkehrsministerkonferenz (VMK) in Lindau am Bodensee in Bayern. Beim besseren Schutz von Bahn-Mitarbeiten wurde eine zentrale Forderung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft nicht aufgenommen, nämlich eine generelle Doppelbesetzung mit Zugbegleiterinnen und -begleitern. Die Länder forderten den Bund außerdem zu deutlich mehr Geld auf, damit künftig nicht weniger Busse und Bahnen im Regionalverkehr unterwegs sind.
Führerschein-Reform
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder setzt auf eine Umsetzung der Führerschein-Reform zum nächsten Jahreswechsel. Sein Ziel sei es, noch in diesem Jahr das Gesetzgebungsverfahren beenden zu können und eine Umsetzung der Neuregelung dann zum 1. Januar 2027 hinzubekommen, sagte der CDU-Politiker.
Die VMK begrüßte die Inhalte der Reformpläne. «Unser gemeinsames Ziel ist ein günstiger Preis», sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) als VMK-Vorsitzender. Angesichts der derzeit niedrigen Anmeldezahlen in Fahrschulen gebe es eine besondere Eilbedürftigkeit zur Umsetzung der Führerscheinnovelle. Seit der Ankündigung der Reform verzögern viele potenzielle Fahrschüler aus Kostengründen ihre Ausbildung.
Die Länder lobten in ihrem Beschluss insbesondere die Absicht, die Zahl der vorgeschriebenen Sonderfahrten von derzeit 12 auf mindestens drei zu reduzieren. «Die konkrete Ausgestaltung soll dabei in das Ermessen der Fahrschule gestellt werden», heißt es in einem Papier. Theorieunterricht solle künftig sowohl in Präsenz als auch im hybriden Unterricht und auch rein digital angeboten werden, sagte Schnieder. Auch solle der Fragenkatalog um etwa 30 Prozent reduziert werden. Die «Laienausbildung», also etwa durch Eltern an ihre Kinder, bleibt umstritten. Schnieder sagte, sie solle durch eine Experimentierklausel in der Neuregelung berücksichtigt werden.
Deutschlandticket
Die Verkehrsminister beschlossen einen Preisindex für das Deutschlandticket im Nah- und Regionalverkehr vom kommenden Jahr an. Wie hoch der Preis 2027 ist, soll spätestens Ende September feststehen. Bernreiter sagte, er glaube, er könne Entwarnung geben, dass es keine Erhöhung um eine zweistellige Prozentzahl gebe. Zum Jahresbeginn war der Preis des bundesweit gültigen Deutschlandtickets auf 63 Euro im Monat gestiegen.
Die saarländische Verkehrsministerin Petra Berg (SPD) sagte, der Preis werde attraktiv bleiben. Bernreiter betonte, der Preis werde nicht mehr politisch festgesetzt. Darüber hatte es wiederholt Streit gegeben.
Die Berechnung des Ticketpreises erfolgt künftig nach einer komplizierten Formel. Ein Kostenindex enthält Personal-, Energie- und allgemeine Kosten. Dazu kommt unter anderem ab 2028 ein Dämpfungsfaktor, der höhere Verkaufszahlen beim Ticket berücksichtigen soll. Dieser Faktor könnte den Preisanstieg des Tickets eindämmen.