Die «Speerspitze» rückt an: Verlegung über den Ostseestrand
Autor: Carsten Hoffmann, dpa
, Mittwoch, 18. Februar 2026
Was passiert, falls die militärische Lage eskaliert? Die Nato zeigt an der Ostseeküste, wie Verstärkung aus dem Süden schnell und unter erschwerten Bedingungen ankommen soll.
Landungsübung an der Ostseeküste: Mit einem Großmanöver zeigt die Nato, wie europäische Verbündete die Ostflanke auch direkt über schon bedrohte Strandabschnitte verstärken. Dazu wurden über den Truppenübungsplatz Putlos Soldaten, Waffensysteme und Material von Schiffen aus abgesetzt, eine sogenannte amphibische Landeoperation.
«Das Bündnis ist geschlossen, es ist handlungsfähig und handlungsbereit, es ist einsatzbereit und zugleich zeigt es, was die europäischen Partner innerhalb der Nato leisten», sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) als Beobachter der Übung. «Wenn an der Ostflanke etwas passiert, dann müssen Nato-Truppen schnell verlegt werden und das natürlich durch Deutschland.»
«Steadfast Dart 26» ist die größte Nato-Übung in diesem Jahr und findet turnusgemäß ohne direkte Beteiligung der US-Streitkräfte statt. An der amphibischen Anlandung sind nach Nato-Angaben 15 Schiffe mit mehr als 2.600 Soldaten beteiligt.
Insgesamt sind rund 10.000 Soldaten, mehr als 1.500 Fahrzeuge und 17 Schiffe aus 13 Nationen Teil des Manövers. Die größten Beiträge kommen aus südeuropäischen Ländern wie Italien, Spanien und Griechenland sowie der Türkei.
Erst kommen Taucher und Spezialkräfte
Taucher machen den Anfang und steigen aus dem Wasser auf den schneebedeckten Strand, um den Küstenabschnitt zu sichern. Kurz darauf kommen Spezialkräfte auf Schnellbooten an. Am Himmel dröhnen Kampfflugzeuge hoch über der Küste, die – dem Szenario folgend – gegnerische Ziele bekämpfen.
Kampfschrauber kreisen über dem Strand, um den ersten Kräften am Boden Luftunterstützung zu geben. Es folgen gepanzerte amphibische Angriffsfahrzeuge des türkischen Typs Zaha. Die Schwimmpanzer schieben eine Bugwelle vor sich her und rollen unter Getöse auf den Strand. Anwesende Offiziere beschreiben die Komplexität im Zusammenspiel von Landstreitkräften, Marine und Luftwaffe als herausfordernd.
Die beteiligten Männer und Frauen sind Verstärkungskräfte der sogenannten Allied Reaction Force (ARF), auch als «Speerspitze der Nato» bezeichnet. Die rund 40.000 Soldaten zählende Eingreiftruppe wird in erhöhter Bereitschaft gehalten.