Nächster Schritt für Führerschein-Reform: Das ist geplant
Autor: Andreas Hoenig und Sascha Meyer, dpa
, Mittwoch, 20. Mai 2026
Digitaler, einfacher, schneller - und günstiger. Das sind die Ziele einer Führerschein-Reform. Schon bevor sie beschlossen ist, ist sie umstritten.
Bei der geplanten Führerschein-Reform kommt der nächste Schritt. Das Bundeskabinett will heute Pläne von Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) auf den Weg bringen. Das Ziel der Reform: Die Fahrschulausbildung soll moderner, digitaler und einfacher werden - dadurch sollen die Kosten sinken. Eine Reform ist nur gemeinsam mit den Bundesländern möglich. Schnieder hatte die Vorschläge bereits mit den Verkehrsministern der Länder abgestimmt.
Schnieders Fahrplan
Der Minister hatte im vergangenen Oktober erste Pläne vorgelegt, die er nach einer Arbeitsgruppe von Bund und Ländern im Februar konkretisierte. Im März stellten sich die Länder grundsätzlich hinter die Pläne. Das Ziel Schnieders: die Reform soll zum Jahreswechsel in Kraft treten.
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) als Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz sagte im März: «Unser gemeinsames Ziel ist ein günstiger Preis.» Im Kabinett sollen am Mittwoch gesetzliche Änderungen auf den Weg gebracht werden. Eine flankierende Verordnung soll dem Kabinett in Kürze zur Kenntnis vorgelegt werden.
Kosten sollen runter
Im Februar sagte Schnieder: «Der Führerschein ist in Deutschland einfach zu teuer.» Die Kosten für einen Pkw-Führerschein lägen im Schnitt bei rund 3.400 Euro. In der Spitze gehe das bis auf 4.000 oder 4.500 Euro in einzelnen Regionen hoch. Im Entwurf der Verordnung heißt es, der Erwerb einer Fahrerlaubnis sei für viele Menschen finanziell stark belastend. «Insbesondere digitale Lehr- und Lernformen werden bislang nicht ausreichend berücksichtigt.»
Das soll sich nun ändern. Fahrschulen sollen außerdem von bürokratischen Vorschriften entlastet werden. Im Gesetzentwurf heißt es: «Durch die Digitalisierung und den Abbau bürokratischer Anforderungen wird insgesamt eine Senkung der Kosten für den Erwerb einer Fahrerlaubnis erwartet.»
Schnieder wollte aber kein «Preisschild» an die Reform hängen. Die Bundesregierung wolle den Fahrschulen Spielräume eröffnen - entscheidend sei dann, welche Maßnahmen umgesetzt werden. Der Minister betonte zugleich: Die Reform gehe nicht zulasten der Verkehrssicherheit.
Was konkret geplant ist
- Digitaler Unterricht statt Präsenzpflicht: Fahrschülerinnen und Fahrschüler sollen sich künftig aussuchen dürfen, ob sie ihr Wissen per App zu Hause, hybrid in einer Fahrschule oder wie bisher in Präsenz absolvieren möchten. Die Fahrschulen sollen entscheiden können, ob und in welcher Form sie den Theorieunterricht anbieten. Das soll Kosten senken und Zeit für Fahrschüler sparen.
- Weniger Bürokratie: Fahrschulen sollen entlastet werden, viele Dokumentations- und Aufzeichnungspflichten sollen wegfallen.