MV-Wahl 2026: CDU droht nach jüngsten Umfragen historisches Fiasko
Autor: Agentur dpa, Redaktion
Schwerin, Samstag, 19. Sept. 2026
Am Sonntag ist Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Der CDU droht an diesem Tag ein historisches Debakel. Kanzler Merz möchte dennoch an seinem Kurs festhalten.
Am Sonntag sind zwei bedeutsame Wahlen in Deutschland: In Mecklenburg-Vorpommern sowie in Berlin werden neue Landesparlamente gewählt. In beiden Ländern zeichnet sich nach den Umfragen ein extrem enges Ergebnis und ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab – in Mecklenburg-Vorpommern zwischen der SPD mit ihrer Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und der AfD, in Berlin zwischen der regierenden CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Stefan Evers und der Linken.
Mit besonders bangen Blicken schaut die CDU auf die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern. Nach der jüngsten Umfrage für das ZDF-"Politbarometer" könnte die Wahl für die CDU zu einem absoluten Fiasko werden.
Umfrage vor MV‑Landtagswahl: Rennen zwischen SPD und AfD – CDU muss zittern
Die CDU muss hoffen, nicht aus dem Landtag in Mecklenburg-Vorpommern zu fliegen. Laut den Umfragewerten liegt die SPD aktuell mit 37 Prozent knapp vor der AfD, die auf 36 Prozent kommt. Die Linke erreicht 9 Prozent, die Grünen 5, das BSW 4 Prozent.
Die CDU kommt nur auf 6 Prozent. Damit könnte die Partei an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Zu bedenken dabei ist aber auch: Umfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Sie bilden nur den Stand zum Zeitpunkt der Befragung ab und sind keine Prognose. Zudem haben sie statistisch bedingt eine Fehlermarge.
Die AfD will in den verbleibenden Stunden bis zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern dafür kämpfen, stärkste Kraft im Nordosten zu werden. "Wir wollen dieses Land blau machen. Lasst Euch von den Umfragewerten nicht verunsichern", sagte Spitzenkandidat Enrico Schult bei einer Wahlkampfabschlussveranstaltung seiner Partei vor hunderten Menschen in Demmin. "Wir von der AfD scharren mit Hufen, wir wollen Regierungsverantwortung übernehmen."
Erneutes CDU-Fiasko könnte Merz gefährlich werden
Kanzler Merz, dessen Beliebtheits- und Kompetenzwerte im Keller sind, hatte sich aus beiden Wahlkämpfen weitgehend herausgehalten und Auftritte in der Öffentlichkeit gemieden. Der CDU-Vorsitzende steht seit dem 17,2-Prozent-Debakel seiner Partei bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor zwei Wochen massiv unter Druck.
Zwar sprangen ihm die acht CDU-Ministerpräsidenten in dieser Woche mit einer gemeinsamen Erklärung bei. Ungewiss ist aber, wie lange diese Solidarität hält, sollten die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin erneut zum Fiasko für die CDU werden.