Mögliches Datenleck beim Statistischen Bundesamt: Login-Daten im Darknet entdeckt
Autor: Agentur dpa
Wiesbaden, Samstag, 16. November 2024
Deutschlands amtliche Statistiker haben Bedenken hinsichtlich eines möglichen Datenlecks und die Sicherheitsbehörden eingeschaltet. Die Vorbereitungen auf die Bundestagswahl seien nicht betroffen, heißt es.
Das Statistische Bundesamt hat ein digitales Meldesystem für Behörden vorsorglich vom Netz genommen, nachdem Hinweise auf ein mögliches Datenleck aufgetaucht waren. "Die Sicherheitsbehörden wurden eingeschaltet und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) analysiert den Sachverhalt", teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) mit.
Auf die Frage, ob Hacker für das Datenleck verantwortlich sein könnten, hieß es, vorerst lägen "noch keine gesicherten Erkenntnisse vor". Das Bundesinnenministerium sprach von einem "Cybervorfall". Ein Sprecher erklärte auf Anfrage, "dass auf einem Darknet-Forum mehrere Login-Daten zu der vom Statistischen Bundesamt betriebenen Datenplattform IDEV sowie ein circa 3,8 Gigabyte großer Datensatz mit vorgeblich erbeuteten Daten angeboten wurden". Derweil warnt die IHK für Oberfranken Bayreuth vor einer "täuschend echten" Betrugsmasche.
Die Vorbereitungen für die Bundestagswahl 2025 laufen planmäßig weiter
Nach der Entdeckung im Darknet sei IDEV-Dienst vorsorglich vom Netz genommen worden. Die Sicherheitsbehörden arbeiteten in enger Abstimmung mit dem Bundesamt intensiv an der Aufklärung des Vorfalls, sagte der Sprecher.
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Die Präsidentin des Statistischen Bundesamts, Ruth Brand, ist zugleich Bundeswahlleiterin. Die IT-Systeme des Statistischen Bundesamts und die IT-Systeme der Bundeswahlleiterin seien technisch getrennt und eigenständig, erklärte ein Sprecher des Bundesamts und der Bundeswahlleiterin auf Anfrage. Die Vorbereitungen zur Bundestagswahl 2025 verliefen planmäßig. Das Statistische Bundesamt benutze verschiedene Systeme zur Datenerhebung und -verarbeitung.
Das betroffene Meldesystem IDEV (Internet Datenerhebung im Statistischen Verbund) ist ein Internetportal, "über das Meldungen zu verschiedenen amtlichen Statistiken an die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder übermittelt werden können. Die vorgeschriebenen Meldefristen sind bis zur Klärung des Sachverhalts ausgesetzt", hieß es weiter.
Die Systeme der Bundesländer sind nicht betroffen
Vorerst gebe es keine Hinweise darauf, dass auch die IDEV-Systeme der Bundesländer betroffen sein könnten. "Rein vorsorglich haben jedoch die Länder bis zur Aufklärung des Sachverhalts ihre Systeme ebenfalls vom Netz genommen", ergänzte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Seine eigenen statistischen Informationen für die Öffentlichkeit waren zunächst weiterhin auf seinen Internetseiten zu finden.