Mit Malz aus Bamberg: Junger Hobby-Brauer eröffnet Biergarten in Nairobi
Autor: Nadine Wüste, Agentur dpa
Nairobi, Montag, 27. April 2026
Arjun Malhotra braut in Nairobi Craft-Bier nach deutschem Vorbild und Malz aus Bamberg. Sein Biergarten "Crafty Chameleon" lockt Gäste aus der ganzen Welt und experimentiert mit kreativen Biersorten.
Der gebürtige Dorstener Arjun Malhotra hat aus seiner Sehnsucht nach der Vielfalt deutschen Bieres eine Karriere entwickelt. Seit Dezember 2023 führt er den Biergarten "Crafty Chameleon" mit einer angegliederten Craft-Beer-Brauerei in Nairobi, der Hauptstadt Kenias. "Ich habe lange als Hobby gebraut", berichtet er. Als er in seiner Jugend in Kenia, der Heimat seines Vaters, lebte, vermisste er dort Bier nach deutscher Art.
Nach seinem Studium der VWL und des Managements spielte er zunehmend mit dem Gedanken, eine kleine Brauerei zu gründen, als er nach Kenia zurückkehrte, erzählt er. Praktika in verschiedenen Brauereien in den Niederlanden und Südafrika erweiterten sein autodidaktisch erworbenes Brauwissen.
Biergarten in Nairobi: Fünf Biere, gebraut nach deutschem Reinheitsgebot
Schnell wurde jedoch klar: Das Bier konnte nicht so preiswert produziert werden wie Massenprodukte. "Das Malz kommt aus Deutschland, der Hopfen je nach Bier aus Amerika, Deutschland oder Tschechien. Es ist dann halt teuer."
Die Verbindung des Ausschanks mit einem Restaurant erwies sich rückblickend als optimale Lösung. Das alte Wohnhaus der Familie mit seinem großen Garten zieht mittlerweile Kunden aus aller Welt an, wobei Kenianer die Mehrheit bilden.
Die Rezepturen für seine fünf Biere – plus saisonale Biere – hat Malhotra selbst entwickelt. Gebraut wird selbstverständlich nach deutschem Reinheitsgebot, das Malz stammt aus der fränkischen Biermetropole Bamberg.
"Super-kritischen Weizenbiertrinkern" schmeckt es - "hat schon viel bedeutet"
"Aber bei unseren Saisonalbieren gehen wir auch gerne mal aus dem Reinheitsgebot raus", verrät Malhotra. So gab es vor einigen Monaten während der Mangosaison ein Mango-Dragonfruit-IPA. "Das ist dann für die experimentierfreudigere Kundschaft." Und im Januar gab es sogar ein alkoholfreies IPA als Saisonalbier für den "Dry January".
Neben Expats und Kenianern, chinesischen Geschäftsleuten und Deutschen mit Bier-Heimweh besuchten bereits zweimal bayrische Delegationen bei der deutsch-kenianischen Außenhandelskammer Malhotras Biergarten. "Das war natürlich ein Stresstest, das sind die super-kritischen Weizenbiertrinker", gibt er zu. "Als die gesagt haben, das schmeckt - das hat schon viel bedeutet."