Lösung des Rentenstreits bis Jahresende?
Autor: dpa
, Montag, 24. November 2025
Im Rentenstreit bittet die Koalition um Geduld. Bislang will keiner der Beteiligten von seinen Forderungen lassen. Der Unionsfraktionschef pocht nun stärker auf Reformen.
Trotz ihres andauernden Rentenstreits zeigt sich die Bundesregierung optimistisch für eine Lösung bis zum Jahresende. «Gedulden Sie sich noch ein paar Tage, das Jahr ist ja nicht mehr so lang», sagte der Vize-Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Miersch erwartet nach eigenen Worten die Verabschiedung des umstrittenen Rentenpakets in der nächsten Woche. Sein Unionskollege Jens Spahn (CDU) spricht – wie bereits Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) – von einem Beschluss bis Jahresende.
Es fänden entscheidende Gespräche auch mit Richtung auf den Koalitionsausschuss an diesem Donnerstag statt, sagte Spahn. Eine Annäherung zeichnete sich aber nicht ab. Miersch sagte, für Zugeständnisse seiner SPD sehe er keinen Spielraum. Vertreterinnen und Vertreter der Jungen Gruppe der Unionsfraktion blieben bei ihrer Ablehnung des Vorhabens.
Spahn betonte aber die Notwendigkeit von Strukturreformen. Es gebe «echten Reformdruck», sagte er. Er schlug vor, sich auf ein «Rentenpaket II» mit einem Zeitplan zu verständigen, um das System vorzubereiten, wenn die geburtenstarken Jahrgänge in den 30er Jahren in Rente gehen. «Bevor es nicht zu strukturellen Reformen in der sozialen Sicherung und auch beim Haushalt gekommen ist im nächsten Jahr, werden wir Diskussionen über weitere Schulden und Veränderungen in diesem Bereich nicht mal auch nur beginnen.»
Die Kritik der Gegner
Die Junge Gruppe lehnt das Gesetzespaket mit der sogenannten Haltelinie beim Renten-Sicherungsniveau und der ausgeweiteten Mütterrente wegen der langfristigen Kosten ab. Ohne die 18-köpfige Gruppe hat die Koalition im Bundestag keine sichere Mehrheit. Ihre Kritik richtet sich dagegen, dass das Rentenniveau – also das Verhältnis zu Löhnen und Gehältern – nicht nur bis 2031 garantiert werden soll. Laut Entwurf soll es auch als Ausgangspunkt dienen für die weitere Niveauentwicklung danach: Mit dem Gesetz soll das Absicherungsniveau bei der Rente ab 2032 dauerhaft um einen Punkt höher liegen als ohne. Die Gegner stören sich an «Folgekosten von 120 Milliarden Euro» in den Jahren nach 2032.
Vize-Regierungssprecher Hille und Miersch wiesen darauf hin, dass die Führungen von CDU/CSU und SPD den Plänen längst zugestimmt haben. «Der Gesetzentwurf ist einstimmig im Bundeskabinett beschlossen worden», betonte Hille - und zwar «auf Basis dessen, was im Koalitionsvertrag steht».
Gesamtpaket
Hille wies wie schon SPD-Arbeitsministerin Bärbel Bas auf weitere Aspekte hin, die von dem Rentenpaket abhängen. Es sei ein «Gesamtpaket».
Bereits Merz hatte argumentiert, auch die sogenannte Aktivrente solle im Januar starten: Nach einer CDU-Idee soll sie steuerfreien Verdienst bis 2.000 Euro nach Renteneintrittsalter ermöglichen. Zu dem geplanten Paket gehört außerdem noch die sogenannte Frühstartrente, wonach Kinder ab dem sechsten Lebensjahr pro Monat zehn Euro vom Staat für ein Altersvorsorgedepot bekommen sollen.