IG Metall will fünf Prozent mehr Lohn für Metallbeschäftigte
Autor: Alexander Sturm und Jörn Bender, dpa
, Mittwoch, 23. Sept. 2026
Die Preise steigen, nun sollen die Löhne folgen: Die IG Metall fordert mehr Geld für 3,7 Millionen Beschäftigte. Die Arbeitgeber warnt sie vor einer «Kriegserklärung» bei der 35-Stunden-Woche.
Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld für die gut 3,7 Millionen Beschäftigten in der deutschen Metall- und Elektroindustrie. Zudem will die Gewerkschaft in der Tarifrunde für die größte deutsche Industriebranche eine Gewinnbeteiligung für Beschäftigte in «Boom-Unternehmen» durchsetzen sowie über die Absicherung von Arbeitsplätzen und Standorten verhandeln. Der neue Tarifvertrag soll nach Vorstellung der Gewerkschaft eine Laufzeit von zwölf Monaten haben.
«Wir gehen mit kämpferischem Realismus in die Verhandlungen», sagte die IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner in Frankfurt. «Statt Krisenrhetorik, Angriffen auf soziale Standards und Schwarzmalerei erwarten die Beschäftigten sichere Jobs, Ausgleich für gestiegene Preise und einen gerechten Anteil an den Gewinnen der Unternehmen.»
Benner wandte sich entschieden gegen drohende Werkschließungen oder Forderungen nach unbezahlter Mehrarbeit. «Verlagerungsdrohungen als Ablenkungsmanöver von Management-Versagen akzeptieren wir nicht.» Ein Angriff auf die 35-Stunden-Woche sei «nicht akzeptabel».
Arbeitgeber: IG Metall ignoriert Krise der Branche
Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall entgegnete, viele Unternehmen könnten in Deutschland nicht mehr rentabel wirtschaften. Es gebe nicht den Luxus, über die Verteilung von Zuwächsen zu verhandeln, betonte Gesamtmetall-Präsident Udo Dinglreiter. «Für zu viele unserer Unternehmen geht es um ihre Existenz. Jetzt muss es darum gehen, Kosten zu senken und den Standort zu retten.» Die IG Metall ignoriere die Dimension und Tiefe der Krise.
Erste Verhandlungen mit den Arbeitgeberverbänden auf regionaler Ebene sind ab dem 7. Oktober geplant. Die aktuellen Tarifverträge laufen zum 31. Oktober aus. Danach sind dann sofort auch Warnstreiks möglich, weil in dieser Runde auf eine nachlaufende Friedenspflicht verzichtet worden ist.
Sorgen wegen drohender Werksschließungen
In den Flächentarifverträgen für die deutsche Metall- und Elektroindustrie werden die Arbeitsbedingungen in wichtigen Branchen verhandelt wie Autoindustrie, Maschinenbau, Metallbearbeitung, Elektrotechnik und sonstiger Fahrzeugbau, wo Rüstung eine Rolle spielt.
Die IG Metall hatte bereits zuvor klargemacht, dass die Arbeitnehmer nach Abzug der zuletzt gestiegenen Inflation mehr Geld in der Tasche haben sollen.