Merz zur Hannover Messe: «Zuversicht, das ist der Geist»
Autor: dpa
, Sonntag, 19. April 2026
Die weltweit wichtigste Industrieschau ist eröffnet. Kanzler Merz setzt zum Auftakt auf Zuversicht für die Industrie. Partnerland Brasilien rückt Energie in den Fokus.
«Wir eröffnen die Hannover Messe 2026 als Tage der Zukunft, als Tage der Zukunftszuversicht»: Mit diesem Appell hat Bundeskanzler Friedrich Merz die weltweit wichtigste Industrieschau eröffnet. Es gehe darum, nach vorn zu schauen und zu zeigen, «was wir können», sagte der CDU-Politiker. «Zuversicht, das ist der Geist, in dem wir uns einig wissen, gerade auch mit Brasilien.»
Das diesjährige Partnerland der Messe bezeichnete Merz als einen der wichtigsten Partner Deutschlands in einer sich neu ordnenden Welt. Beide Länder teilten das Interesse an einer politischen Ordnung, in der auf Verabredungen Verlass sei und globale Probleme gemeinsam gelöst werden könnten.
Regierungskonsultationen in Hannover
Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ist nicht nur zur Messe-Eröffnung nach Hannover gereist, sondern auch zu Regierungskonsultationen. Am Sonntagnachmittag wurde er vor dem Schloss Herrenhausen mit militärischen Ehren empfangen.
An den Beratungen nehmen sieben Minister aus Brasilien und acht aus Deutschland teil. Ziel ist es, die Zusammenarbeit in Bereichen wie Handel, Rohstoffe, Rüstung, Digitalisierung, Forschung und Klimaschutz auszubauen. Große Bedeutung kommt dabei dem Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten zu, das zum 1. Mai wirksam werden soll.
Lula wirbt für erneuerbare Energien
In seiner Eröffnungsrede unterstrich Lula die Bedeutung erneuerbarer Energien. «Brasilien kann der Europäischen Union dabei helfen, die Energiekosten zu senken und ihre Industrie zu dekarbonisieren», sagte er. Brasilien ist eines der Länder mit dem saubersten Energiemix der Welt. 92 Prozent des Stroms wird über erneuerbare Energien erzeugt.
«Der konsequente Weg bei den erneuerbaren Energien hat unsere Energiesicherheit gestärkt. Brasilien gehört zu den Ländern, die am wenigsten vom Wahnsinn des Krieges mit dem Iran betroffen sind. Wir leiden nicht unter dem Anstieg des Ölpreises, wie es andere Länder derzeit tun», sagte Lula. «Zu ihnen spricht der Präsident eines Landes, das sehr viel Erdöl produziert: Wir sind der Auffassung, dass es dringend notwendig ist, einen Weg zu finden, saubere Energieträger zu nutzen, wenn wir die Menschheit retten wollen.»
Merz will Nationalen Sicherheitsrat einberufen
Mit Blick auf die Energiekrise kündigte Merz an, den Nationalen Sicherheitsrat «zeitnah» einzuberufen. «Unser Ziel ist dabei klar: Die deutsche Wirtschaft und die Bürger müssen sich darauf verlassen können, dass die Versorgung mit zentralen Produkten wie etwa Diesel, Benzin, Flugbenzin gesichert bleibt», sagte er. Derzeit sei die Lage zwar angespannt, aber die Versorgung gesichert. «Für den Fall, dass sich die Lage verschärfen sollte, sind wir auf Maßnahmen vorbereitet.»