Merz verspricht sichere Treibstoffversorgung trotz Krise
Autor: dpa
, Montag, 20. April 2026
Droht ein Treibstoffmangel? Die Bundesregierung sieht die Versorgung gesichert, bereitet sich aber auf weitere Maßnahmen vor. Was Kanzler Merz und Ministerin Reiche dazu sagen.
Die Bundesregierung sieht Deutschland für einen möglichen Treibstoffmangel im Zuge der Energiekrise gerüstet - warnt aber weiter vor Alarmismus. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte «zeitnah» Beratungen im Nationalen Sicherheitsrat an. Über die Versorgung mit Kerosin wollten Wirtschafts- und Verkehrsministerium mit Versorgern, Flughäfen, Airlines und Verbänden heute beraten.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bekräftigte vor dem Treffen mit der Branche, dass die Versorgungssicherheit in Deutschland gewährleistet sei - sowohl bei Benzin, Diesel als auch Kerosin.
Für den Fall eines Kerosinmangels hat sie Gegenmaßnahmen angekündigt - und zugleich vor übertriebener Aufgeregtheit gewarnt. «Alarmismus bei Kerosin hilft nicht», sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Die Versorgungslage in den jeweiligen Märkten sei unterschiedlich.
Reiche: Stehen nicht unvorbereitet da
«Wir stehen nicht unvorbereitet da», sagte die Ministerin im Deutschlandfunk: «Wir lassen uns aber nicht treiben. Wir handeln gezielt, wir handeln abgestimmt mit kühlem Kopf.» Deutschland habe sich sehr früh an der historischen Freigabe strategischer Ölreserven über die Internationale Energieagentur (IEA) beteiligt. 2,6 Millionen Tonnen Öl würden langsam in den Markt gegeben. Zusätzlich halte der Erdölbevorratungsverband rund 1,1 Millionen Tonnen Kerosin vor.
Sie spreche mit der Branche darüber, wie nicht nur mit Vorräten umgegangen werde, sondern Importe sichergestellt werden könnten, sagte Reiche. Und es gehe darum, die Raffineriekapazitäten hochhalten zu können. «Wir sind in der glücklichen Situation, 11 Raffinerien zu haben in Deutschland, durchs Land verteilt, die Kerosin produzieren», sagte Reiche. Deutschland beziehe Öl unter anderem über Pipelines und Erdöl aus Kasachstan, Norwegen und den USA.
Reiche warnte erneut den Koalitionspartner SPD sowie Grüne und Linke vor Einführung einer «Übergewinnsteuer». «Wichtig ist, die Raffinerien jetzt nicht weiter zu belasten,» sagte sie. 50 Prozent des Kerosins stammten aus deutscher Produktion. «Wenn ich Beteiligte in Berlin immer wieder über eine "Übergewinnsteuer" sprechen höre, treffen wir damit jene 11 Raffinerien, die dafür sorgen, dass in Deutschland Kerosin, Benzin und Diesel vorhanden ist.»
Spannungen in Straße von Hormus: Ölpreise steigen wieder deutlich
Vor dem Hintergrund neuer Spannungen zwischen den USA und dem Iran kostet Rohöl wieder deutlich mehr. Die Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni ging mit einem Kurs von knapp 97 US-Dollar in die Handelswoche und war damit über sieben Prozent teurer als noch in der vergangenen Woche. Auch die US-Sorte WTI legte ähnlich stark zu. Zu Beginn des Krieges Ende Februar lag der Preis für Brent noch bei unter 70 Dollar.