Hoppermann soll CDU-Generalsekretärin werden
Autor: Michael Fischer, dpa
, Montag, 27. Juli 2026
In drei Schritten hat der Kanzler sein bisheriges Personaltableau präsentiert. Nun folgt Teil vier: Es geht es um die Parteiführung.
Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hat seine Personalrochade fortgesetzt und die Bundestagsabgeordnete Franziska Hoppermann zur neuen Generalsekretärin seiner Partei gemacht. Auf seinen Vorschlag wählte der CDU-Vorstand die bisherige Schatzmeisterin der Partei aus Hamburg einstimmig zur Nachfolgerin von Carsten Linnemann, der Gesundheitsminister wird.
Der Unmut in der Union über die Personalentscheidungen des Kanzlers und den persönlichen Umgang mit einzelnen Politikern wird aber immer größer und immer offener. Der CDU-Landesverband Rheinland-Pfalz geht wegen der geplanten Entlassung von Verkehrsminister Patrick Schnieder auf die Barrikaden. Der bisherige Gesundheitsstaatskretär Tino Sorge, der seine Posten ebenfalls verliert, warf Merz ebenfalls öffentlich schlechten Stil vor.
In den Sitzungen der Spitzengremien der CDU konnte der Kanzler den Ärger nicht dämpfen. Im Gegenteil: Es gab nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur massive Kritik an seinem Führungsstil. Und die Wahlkämpfer in Ostdeutschland sind sauer über das Bild, das die Partei nur sechs Wochen vor der ersten von drei Landtagswahlen im September abgibt. Eigentlich wollte Merz mit seiner Rochade das Gegenteil erreichen: Nach dem Reformpaket wollte er auch personell neuen Schwung in Regierung, Fraktion und Partei bringen.
Regierungspersonalien mit Risiko
Bei seiner Pressekonferenz in der Parteizentrale gab Merz insgesamt vier weitere Personalien bekannt, die ihm teilweise prompt neue Probleme bescherten.
- Mit der 44-jährigen Hoppermann steigt nach Nina Warken als Kanzleramtschefin eine weitere Frau in eine wichtige Position im Umfeld von Merz' auf, das bisher sehr männlich geprägt ist. Sie ist mit der Wahl im Vorstand kommissarisch im Amt, bis sie auf dem nächsten Parteitag bestätigt wird.
- Die Sport-Staatsministerin im Kanzleramt, Christiane Schenderlein, soll Parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium werden und dort Tino Sorge ablösen, der aus Sachsen-Anhalt stammt. Sorge kritisierte, dass er aus Parteigremien und Medien von der Entscheidung erfahren habe und Merz nicht selbst mit ihm gesprochen habe. Und er verweist auf die mögliche Wirkung, die das auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September haben könnte. «Angesichts der Ereignisse der letzten Tage und am Vorabend mehrerer Landtagswahlen wird der Bundeskanzler diese Entscheidung mit Bedacht getroffen haben.»
- Die bisherige Parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, Gitta Connemann, soll auf denselben Posten im Digitalministerium wechseln. Sie hat sich mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche nicht besonders gut verstanden, soll aber Mittelstandsbeauftragte bleiben.
- Connemann soll im Wirtschaftsministerium vom Bundestagsabgeordneten und rheinland-pfälzischen CDU-Generalsekretär Johannes Steiniger abgelöst werden - offenbar ein Kompensationsversuch für die geplante Entlassung des aus Rheinland-Pfalz stammenden Verkehrsministers Patrick Schnieder. Steiniger war vorher auch als Generalsekretär im Gespräch, soll aber selbst abgesagt haben.
Drei Posten noch offen
Merz hatte seinen Personalumbau nach dem Rücktritt von Fraktionschef Jens Spahn seit dem vergangenen Mittwoch scheibchenweise bekanntgegeben. Der Termin heute war der vierte Schritt. Insgesamt geht es inzwischen um acht Neubesetzungen in Bundestagsfraktion, Regierung und Partei. Drei Posten sind noch offen: Parlamentarischer Geschäftsführer im Bundestag, CDU-Schatzmeister und Sport-Staatsminister im Kanzleramt. Für letzteren Posten ist die Ex-Fußballerin Nadine Keßler ist im Gespräch, es gibt aber noch keine Zusage von ihr. Die Hängepartie beim Personal geht also weiter.
Merz nennt keine konkreten Gründe für Schnieder-Rauswurf
Bereits am Vortag hatte Merz verkündet, dass der bisherige Parlamentarische Geschäftsführer Steffen Bilger Verkehrsminister werden soll. Der Kanzler hatte Schnieder bereits am Donnerstag darüber informiert, dass er ihn entlassen will. Wegen der kurzfristigen Absage des für die Nachfolge vorgesehenen Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler wurde das aber drei Tage lang nicht kommuniziert. Am Sonntag bat Schnieder dann selbst um Entlassung, um den «unwürdigen Zustand» zu beenden.