«Mut für Deutschland»: Merz und Rehlinger loben grünen Stahl
Autor: Birgit Reichert, dpa
, Montag, 28. Sept. 2026
Wasserstoff statt Kohle: Im Saarland ist der Umbau der Stahlindustrie in vollen Gange. Welche Herausforderungen es gibt.
Bundeskanzler Friedrich Merz sieht den Umbau der Stahlindustrie hin zu «grünem Stahl» auf einem guten Weg. «Das macht Mut für Deutschland», sagte der CDU-Politiker bei einem Besuch der Dillinger Hütte im Saarland. Im Saarland ist die Transformation zur Herstellung von klimafreundlicherem Stahl in vollem Gange.
«Wenn wir Industrieland bleiben wollen - und wir müssen Industrieland bleiben, um den Wohlstand unseres Landes zu erhalten - dann brauchen wir in Deutschland eigene Stahlerzeugung», sagte er. «Wir können diese Grundstoffindustrien klimafreundlich modernisieren und wir können sie so auch wettbewerbsfähig halten.»
Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) bezeichnete den Umbau der Saar-Stahlindustrie als «Musterbeispiel von Transformation». Das Saarland spiele dabei eine Führungsrolle.
Weg von Kohle, hin zu Wasserstoff: Im Saarland läuft der Umbau der Stahlindustrie zur Produktion von klimafreundlicherem grünen Stahl. Ziel ist es, die CO2-Emissionen zu verringern. Die Transformation an der Saar kostet rund 4,6 Milliarden Euro. Bund und Land fördern das Vorhaben mit 2,6 Milliarden Euro - den Rest zahlen die Unternehmen selbst.
Neben der Stahl-Holding-Saar (SHS) arbeiten große Stahlhersteller wie Thyssenkrupp in Duisburg und die Salzgitter AG in Niedersachsen an Umstellungsprojekten. Die Stahlbranche ist einer der größten CO2-Emittenten in Deutschland, ihr Umbau spielt daher eine wichtige Rolle bei der Erreichung der Klimaziele.
Im Saarland liege die Transformation «aktuell im Zeitplan», sagte eine Sprecherin der SHS. Auf den Baufeldern in Völklingen und Dillingen sei viel in Bewegung: «Erste Bauwerke sind fertiggestellt und der Hochbau hat begonnen.» Die Inbetriebnahme sei für 2028/29 geplant.
Grüner Stahl aus Wasserstoff
Als «grün» wird Stahl meist dann bezeichnet, wenn er mit möglichst klimafreundlich erzeugtem Wasserstoff statt Kohlenstoff hergestellt wird. Heißt: Statt Kohle als Energiequelle kommt Wasserstoff zum Einsatz, der aus erneuerbaren Energien wie Windkraft oder Solarstrom gewonnen wird.