Main-Donau-Kanal: Sanierung sorgt für Wirbel

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Wenige Tage vor dem Jubiläum des umstrittenen Main-Donau-Kanals sorgt der geplante Neubau zweier Schleusen für Wirbel. Foto:Karl Schnörrer/dpa
Wenige Tage vor dem Jubiläum des umstrittenen Main-Donau-Kanals sorgt der geplante Neubau zweier Schleusen für Wirbel. Foto:Karl Schnörrer/dpa

Neuer Wirbel dämpft die Jubiläumslaune zum Main-Donau-Kanal. Grund ist die Sanierung zweier maroder Schleusen. Bei den Planspielen steht auch eine fünfjährige Sperrung der gesamten Wasserstraße im Raum. Aus volkswirtschaftlicher Sicht eine Katastrophe.

Wenige Tage vor dem Jubiläum des umstrittenen Main-Donau-Kanals sorgt der geplante Neubau zweier Schleusen für Wirbel. Eine Option sei der Bau der Schleusen an bestehender Stelle, was eine fünfjährige Sperrung der Wasserstraße bedeuten würde, sagte der Präsident der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Süd (WSD) in Würzburg, Detlef Aster, am Freitag der Nachrichtenagentur, dpa. "Wir gehen aber davon aus, dass sich diese Variante volkswirtschaftlich nicht rechnet."

Die Alternative sei ein Neubau neben den maroden Schleusen Kriegenbrunn und Erlangen, betonte Aster. Diese Variante kostet nach WSD-Angaben zwischen 160 und 180 Millionen Euro pro Schleuse. Die beiden Schleusen waren bereits 2008 und 2009 saniert worden. Die Sicherheitsstandards reichten aber lediglich für zehn Jahre. 1#googleAds#100x100 Daher ist ein Neubau unumgänglich.

Kosten übernimmt der Bund


Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums in Berlin betonte, dass bei solchen Projekten die Prüfung mehrerer Varianten vorgeschrieben sei. "Eine Sperrung ist nach derzeitigem Stand aber nicht die wirtschaftlichste Option und wird höchstwahrscheinlich herausfallen." Die Kosten für die Sanierung übernimmt der Bund. Zum Zeitplan machte der Sprecher keine Angaben.

Der rund 170 Kilometer lange Kanal war am 25. September 1992 nach 28-Jähriger Bauzeit eröffnet worden. Er kostete umgerechnet rund 2,4 Milliarden Euro. Während die Betreiber nach 20 Jahren eine positive Bilanz ziehen, kritisieren vor allem Naturschützer die Wasserstraße.

Die Verbindung der beiden Flüsse sei zu einem ökologisch-ökonomischen Alptraum geworden, hatte der Vorsitzende des Umweltverbandes BUND, Hubert Weiger vor einigen Tagen gesagt. Außerdem seien die auf dem Kanal bewegten Gütermengen weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Das für den Kanal verantwortliche Wasser- und Schifffahrtsamt Nürnberg betonte dagegen, dass sich die Erwartungen erfüllt hätten. Geplant waren demnach pro Jahr rund 5,5 Millionen Tonnen transportierter Güter. Derzeit sind es im Schnitt 6,7 Millionen Tonnen. Die jährlichen Gebühren deckten allerdings nur rund 20 Prozent der Kosten für den Betrieb in Höhe von 15 Millionen Euro. Die Differenz wird aus dem Etat des Bundesverkehrsministeriums beglichen. dpa