Neue Linken-Doppelspitze: Schwerdtner und Pantisano gewählt
Autor: Verena Schmitt-Roschmann, dpa
, Samstag, 20. Juni 2026
Das Ergebnis für den neuen Linken-Vorsitzenden fiel schwach aus - aber die Nachfolge von Jan van Aken ist jetzt geregelt. Der gab seiner Partei zum Abschied eine Vision mit: Die Linke als Volkspartei.
Die Linke hat eine neue Doppelspitze: Neben der bisherigen Co-Vorsitzenden Ines Schwerdtner wählte ein Parteitag in Potsdam den Bundestagsabgeordneten Luigi Pantisano. Der 46-Jährige erzielte mit nur gut 53 Prozent ohne Gegenkandidaten allerdings ein schwaches Ergebnis. Er wird Nachfolger von Jan van Aken, der seiner Partei zum Abschied ein ehrgeiziges Ziel setzte: Sie soll «Volkspartei» werden und 20 Prozent der Wählerstimmen erzielen.
Der 65-jährige van Aken hatte aus gesundheitlichen Gründen auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Seit 2024 führte er mit Schwerdtner die Partei und hatte erheblichen Anteil an ihrem erneuten Einzug in den Bundestag 2025. Die Linke erreichte 8,8 Prozent der Stimmen und liegt inzwischen in Umfragen sogar bei 10 bis 12 Prozent.
Pantisano formuliert oft schärfer
Schwerdtner wurde mit knapp 86 Prozent im Amt bestätigt - für die Linke ein sehr gutes Ergebnis. Pantisano erreichte sein Wunschziel von mehr als 70 Prozent hingegen nicht.
Pantisano formuliert bisher oft schärfer, als es von van Aken bekannt ist. In seiner Vorstellungsrede beim Parteitag sagte er, er «versuche auch zu polarisieren, das werdet ihr mit mir auch bekommen».
So sagte Pantisano in einem «Bild»-Videointerview auf dem Parteitag: «Letztlich gibt es auch gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst.»
Auf Nachfrage stellte Pantisano klar, dass er die Formulierung selbst für unglücklich hält. «Das ist verkürzt», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Es geht darum, dass Parteien wie die CDU die falsche Politik der AfD übernehmen und sie damit erst recht stark machen.»
Mobilisierung von Protesten
Angekündigt hat der Sohn italienischer Einwanderer, dass er verstärkt Arbeiterinnen und Arbeiter in Betrieben ansprechen will. «Und wenn wir möglichst viele der Kollegen und Kolleginnen für unsere Partei gewinnen, dann sind wir in der Lage, echte Veränderung zu erreichen», sagte der Stuttgarter Bundestagsabgeordnete der dpa.