Linke-Politiker chattet mit Clan-Mitglied - deutliche Kritik
Autor: dpa
, Dienstag, 22. Sept. 2026
Der Linke-Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak hatte Chatkontakt mit einem Mitglied der Familie Remmo. Dabei ging es auch um eine seiner Reden im Parlament. Die Forderung nach Konsequenzen wird lauter.
Die Linke steht nach dem Besuch eines bekannten Clan-Mitglieds auf einer Wahlparty in Berlin zunehmend wegen Kontakten zur Familie Remmo in der Kritik. Der Berliner Linken-Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak bezeichnete seinen Chatkontakt mit einem bekannten Mitglied der Familie inzwischen als Fehler und bat um Entschuldigung. Dennoch werden die Forderungen nach Konsequenzen lauter.
Koçak schrieb am Montagabend auf der Plattform X, ihm sei zunächst nicht bekannt gewesen, wer der Mann sei. Remmo hatte einen Screenshot der Unterhaltung vom 17. Februar bei Instagram hochgeladen. Koçak bittet ihn demnach, ein Video eines Auftritts im Bundestag von ihm zu verbreiten.
Das Video ist überschrieben mit «Hysterische Dauerdebatte: CLANS». Remmo antwortet mit «Gerne Bruder». Der Screenshot zeigt zudem eine vorherige Nachricht unbekannten Datums, in der Koçak den Vater von Remmo zurückgrüßen lässt.
Bei Koçaks Gesprächspartner handelt es sich um einen Sohn von Issa Remmo, einem führenden Clan-Mitglied. Issa Remmo selbst hatte am Sonntagabend eine Wahlparty der Linken in Neukölln besucht.
CDU-Innenexperte nennt die Linke ein Sicherheitsrisiko
Der Innenexperte der CDU-Fraktion im Bundestag, Alexander Throm, kritisierte Koçak scharf: «Wer Clan-Chefs mit Respekt grüßen lässt, darf keinen Zugang zu sensiblen Informationen der Sicherheitsbehörden haben» sagte er der «Augsburger Allgemeinen». «Ich fordere daher die Linksfraktion auf, Herrn Koçak sofort aus dem Innenausschuss des Bundestages abzuziehen.»
Throm forderte weitere Konsequenzen: «Sollte die Linke in Berlin regieren, muss der Bund prüfen, welche sensiblen Sicherheitsdaten er mit dem Senat noch teilen kann», erklärte Throm. Die Linke war bei der Abgeordnetenhauswahl am Sonntag stärkste Partei geworden.
«Die Linke ist ein Sicherheitsrisiko», betonte er. «Ihre Nähe zur Clankriminalität und ihr Antisemitismus sind offensichtlich und lassen sich durch keine Entschuldigung mehr wegreden», warnte er. «SPD und Grüne müssen jetzt entscheiden, ob sie Berlins Sicherheit für ein paar Senatorenposten opfern, oder ob sie zur politischen Mitte stehen.» Die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Katharina Dröge, legte der Linken nahe, Koçak aus der Fraktion auszuschließen.