Prozess gegen rechte Terrorgruppe - ohne Öffentlichkeit
Autor: Martin Fischer und Leo Papenberg, dpa
, Donnerstag, 05. März 2026
In Hamburg stehen sieben mutmaßliche Mitglieder und ein Unterstützer der rechtsextremen Terrorgruppe «Letzte Verteidigungswelle» vor Gericht. Wegen ihres Alters unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Sie sind jung und radikal und laut Anklage Terroristen: Den sieben mutmaßlichen Mitgliedern beziehungsweise einem Unterstützer der «Letzten Verteidigungswelle» wird vom Generalbundesanwalt unter anderem versuchter Mord, Verabredung zum Mord, Brandstiftung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.
Laut Anklage hat die Gruppe Brand- und Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberheime und linke Einrichtungen verübt und geplant.
Öffentlichkeit bis zum Urteil vom Prozess ausgeschlossen
Ihre Mitglieder seien einer «völkisch-nationalistischen» Gesinnung gefolgt und hätten sich als «letzte Instanz zur Verteidigung der deutschen Traditionen, der Kultur und der deutschen Nation», sagte Stefan Biehl, der in dem Prozess vor dem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg die Generalbundesanwaltschaft vertrat.
Besonders sei das junge Alter der Angeklagten, die zur Tatzeit zwischen 14 und 21 Jahre alt gewesen seien, sagte Biehl. Er sprach von einem Phänomen, das in letzter Zeit häufiger zu beobachten sei.
Aufgrund des Alters der Angeklagten - vier sind nach wie vor minderjährig - wurde die Öffentlichkeit nach der Anklageverlesung bis zur Urteilsverkündung von der Verhandlung ausgeschlossen. Teils waren die Eltern der Beschuldigten zum Prozess erschienen.
«Pädo-Hunting» und Videos von Anschlägen im Internet
Vorgeworfen werden den Angeklagten mit wechselnder Tatbeteiligung Brandanschläge auf linke Einrichtungen und Unterkünfte für Asylbewerber. Außerdem sollen sie laut Anklage sogenanntes «Pädo-Hunting» - also Jagd auf Menschen, die sie für Pädophile hielten - gemacht habe.
Videos von ihren Taten hätten sie dann auf Social-Media-Plattformen wie TikTok gepostet und so um neue Mitglieder geworben, sagte Biehl.