Kritische Sicherheitslücke: Was müssen Internetnutzer beachten?
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
Deutschland, Donnerstag, 22. Oktober 2026
Krankenhäuser, Behörden und Universitäten haben Webseiten vorsorglich vom Netz genommen. In vielen Bundesländern sind erste Angebote zurück – doch längst nicht alle. Was steckt dahinter?
Update vom 22.10.2026: "Millionen" Hacker-Versuche - viele Webseiten noch offline
Eine weltweite Sicherheitslücke im Internet verursacht weiterhin Unruhe. Zahlreiche Webseiten, darunter auch viele in Deutschland, waren am Donnerstag (22. Oktober 2026) noch betroffen. Weltweit habe es "Millionen" Versuche von Hackern gegeben, die Schwachstelle auszunutzen, sagte der Chef des IT-Unternehmens Cloudflare, Matthew Prince, dem britischen Sender Sky News.
Der Grund ist eine kritische Sicherheitslücke in der weit verbreiteten Programmiersprache PHP, auf der ein Großteil des Internets basiert - von einfachen Blogs über große Nachrichtenportale bis hin zu komplexen Onlineshops und Content-Management-Systemen wie WordPress.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) veröffentlichte eine offizielle Cybersicherheitswarnung. Es müssten rasch Sicherheitsupdates installiert werden, hieß es. Von den Schwachstellen gehe großes Bedrohungspotenzial aus. Mehrere Bundesländer, Kommunen, Behörden, Universitäten und Krankenhäuser nahmen daraufhin vorsorglich ihre Webseiten vorübergehend offline. Darunter waren diverse Ministerien, Kommunen und Landratsämter in Bayern.
Sicherheitsupdates sollten installiert werden
"Systeme, für die aktuell noch kein Sicherheitsupdate eingespielt werden konnte, dürfen unter keinen Umständen weiter am Netz bleiben", sagte der IT-Sicherheitsexperte Christoph Fischer der Deutschen Presse-Agentur. Er forderte ein drastisches Durchgreifen der Betreiber. "Jede ungeschützte PHP-Anwendung ist in diesem Moment eine offene Tür für Kriminelle."
Am Morgen waren einige Dienste wieder verfügbar, darunter viele Webseiten in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Auch in Thüringen waren seit dem späten Mittwochabend viele Seiten wieder online, darunter die der Staatskanzlei, Landespolizei und des Innenministeriums.
Die vom Netz genommenen Webseiten bayerischer Behörden und Einrichtungen waren größtenteils wieder online. An manchen Stellen mussten sich Internetnutzer aber auch am Donnerstag noch nach Alternativen umschauen: So war am Vormittag die Internetseite des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN) nicht erreichbar. Stattdessen wurden Nutzer dort auf die App des Verkehrsverbunds verwiesen, bis die Schutzmaßnahme wegen der Sicherheitslücke beendet sei.
Verbraucher können indirekt betroffen sein
In Baden-Württemberg waren teilweise Hinweise auf Wartungsarbeiten zu lesen. "Die Maßnahme dient dem vorsorglichen Schutz der Infrastruktur, bis die Entwickler die erforderlichen Sicherheitsupdates bereitstellen", teilte das Staatsministerium mit.