Kreise: Bahn verschiebt Stuttgart 21-Start auf Ende 2031
Autor: Andreas Hoenig und David Nau, dpa
, Mittwoch, 24. Juni 2026
Die Menschen in Stuttgart sind es bereits gewohnt: Immer wieder wird die Fertigstellung des neuen Tiefbahnhofs verschoben. Wie lange die Baustelle noch bleibt und woran es hakt.
Die Deutsche Bahn verschiebt die Inbetriebnahme des Bahnprojekts Stuttgart 21 um fünf Jahre. Der neue Tiefbahnhof solle Ende 2031 in Betrieb genommen werden, sagten Bahnvertreter Teilnehmerkreisen zufolge im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages.
Im November hatte die Bahn die für Ende 2026 geplante Teileröffnung des neuen Tiefbahnhofs in der baden-württembergischen Landeshauptstadt unter anderem wegen Problemen bei der Digitalisierung abgesagt. Bahnchefin Evelyn Palla hatte daraufhin zunächst keinen neuen Termin genannt und eine umfassende Überprüfung des Projektes angekündigt. Die Verschiebung auf 2031 ist nun ein Ergebnis dieser Prüfungen. Über den neuen Termin war bereits in den vergangenen Wochen von mehreren Medien berichtet worden.
Ein Bahnsprecher wollte die erneute Verschiebung nicht kommentieren. Man äußere sich grundsätzlich nicht zu nicht öffentlichen Sitzungen. Man werde das neue Inbetriebnahmekonzept am Freitag nach einer Sitzung des Lenkungskreises vorstellen.
Woran hakt es?
Als Hauptgründe für die erneute Verschiebung nannte die Bahn laut Teilnehmern im Verkehrsausschuss unter anderem die Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens, die deutlich herausfordernder sei als zunächst gedacht. Zudem hätten Planungsprozesse nicht den nötigen Reifegrad gehabt. Medien hatten bereits zuvor berichtet, dass deswegen Kabel teils neu verlegt werden müssten.
Zudem gebe es Probleme mit einem Technikgebäude, das für den aktuellen Bedarf nicht mehr passend sei. Nachbessern muss die Bahn Teilnehmern des Verkehrsausschusses zufolge auch bei Steuerungstechnik und der Energieversorgung. Medien hatten berichtet, dass ein neues Notstromkonzept nötig sei.
Wann wird es für die Fahrgäste besser?
Die Fahrgäste in Stuttgart werden wegen der Verschiebung der Inbetriebnahme weitere fünf Jahre mit einem Provisorium leben. Sie müssen wegen der Baustelle mitten im Zentrum der Landeshauptstadt seit vielen Jahren sehr viel weitere Wege zu den Fernzügen in Kauf nehmen. Zudem kommt es wegen Bauarbeiten rund um das Bahnprojekt häufig zu längeren Streckensperrungen mit Ersatzverkehr und Zugausfällen.
Zumindest die langen Wege für die Reisenden will die Bahn wohl schon früher verkürzen. Das neue Inbetriebnahmekonzept sieht laut Teilnehmer der Sitzung im Verkehrsausschuss vor, dass Fahrgäste ab 2027 nicht mehr um die komplette Baustelle herum zu den Fernzügen laufen müssen, sondern über das Dach des neuen Tiefbahnhofs direkt zu den Gleisen des alten Kopfbahnhofs gehen können.