Koblenz: 81-Jähriger gesteht Mord – jetzt steht das Urteil fest
Autor: Agentur dpa
Koblenz, Mittwoch, 02. Sept. 2026
Vor 30 Jahren wurde eine damals 24-jährige Frau grausam ermordet. Mittlerweile wurde der Täter gefasst – jetzt steht das Urteil fest.
Update vom 02.09.2026: Urteil in Vergewaltigungs- und Mordprozess gefallen
Mehr als 30 Jahre nach dem Mord an einer US-amerikanischen Touristin ist in dem Prozess ein Urteil gefallen. Der 81 Jahre alte Angeklagte ist zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden, wie der Vorsitzende Richter Rupert Stehlin im Landgericht Koblenz verkündete. Das meldet die Nachrichtenagentur dpa. Zudem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest. Damit folgte die Kammer den einstimmigen Einschätzungen der Staatsanwaltschaft, der Nebenklägervertreter und Verteidiger. Der Angeklagte hatte die Tat zum Prozessauftakt pauschal eingeräumt.
Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der Mann im September 1994 die 24 Jahre alte Amy Lopez gefesselt, sexuell missbraucht und mit neun Messerstichen getötet hat. Zuvor soll er sie nahe der Festung Ehrenbreitstein in ein abseits gelegenes, leer stehendes Gebäude gelockt haben. Kurz nach der Tat fanden spielende Kinder die Leiche. Jahrzehntelang blieb der Fall ungeklärt. Ein Durchbruch konnte erst nach einer Auswertung alter DNA-Spuren mit neuen technischen Möglichkeiten erzielt werden. Diese konnten dem 81-Jährigen zugeordnet werden, der daraufhin Ende Februar 2026 in einem Seniorenheim im Raum Koblenz festgenommen wurde.
Ursprungsmeldung vom 18.08.2026: Täter steht in Koblenz vor Gericht
Über 30 Jahre blieb der Mord an Amy Lopez ungeklärt. Nun wurde der Täter identifiziert. Mit seinem Rollator trat er schließlich vor Gericht. Er soll vor rund drei Jahrzehnten die US-amerikanische Touristin Amy Lopez in Koblenz sexuell missbraucht und ermordet haben. Vor dem Landgericht Koblenz hat der Prozess gegen einen 81 Jahre alten Angeklagten begonnen. Die Staatsanwaltschaft legt dem Mann zur Last, "zur Befriedigung des Geschlechtstriebs heimtückisch und sonst aus niedrigen Beweggründen einen Menschen getötet zu haben".
Zum Prozessauftakt erschien der Angeklagte mit Rollator im dunkelgrauen T-Shirt. Sein Gesicht verdeckte er nicht. Zittrig setzte er sich auf die Anklagebank. Aufmerksam, mit leicht geöffnetem Mund und mit Blick in Richtung des vortragenden Staatsanwalts Julian Gislei verfolgte er die Anklageverlesung. Verteidiger Volker Klein erklärte, dass der Angeklagte die Tat vollumfänglich einräumt.
Im Anschluss nickte der 81-Jährige und antwortete mit "ja", als der Vorsitzende Richter Rupert Stehlin fragte, ob dies der Wahrheit entspreche. Vor dem Gericht hatte sich bereits mehr als eine Stunde vor Prozessbeginn eine Schlange gebildet – viele Menschen wollten den Auftakt beobachten. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt.
81-Jähriger gesteht brutale Tat: Missbraucht, geschlagen, erstochen
Die Tat geschah am 26. September 1994. Die 24 Jahre alte Amy Lopez war damals laut Staatsanwaltschaft als Touristin in Koblenz, dies gehörte zu ihrer Europareise. Demnach wollte sie die Festung Ehrenbreitstein besichtigen und in der dortigen Jugendherberge übernachten.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem damals 49 Jahre alten Mann vor, sie unter einem Vorwand auf der Festung in das etwas abseits gelegene General-von-Aster-Zimmer gelockt zu haben. Dort soll er sie mit Handschellen gefesselt, sexuell missbraucht und mit neun Messerstichen in den Brustbereich getötet haben.